pr_operellen2_5_1_gr.jpg pr_operellen2_3_4_gr.jpg pr_operellen2_3_3_gr.jpg pr_operellen2_2_3_gr.jpg pr_operellen2_7_5_gr.jpg pr_operellen2_4_3_gr.jpg pr_operellen2_6_3_gr.jpg pr_operellen2_6_1_gr.jpg pr_operellen2_7_3_gr.jpg operellen2_1.jpg operellen2_6_2_gr.jpg pr_operellen2_5_5_gr.jpg pr_operellen2_applaus_gr.jpg pr_operellen2_1_2_gr.jpg pr_operellen2_4_2_gr.jpg pr_operellen2_1_1_gr.jpg pr_operellen2_2_1_gr.jpg pr_operellen2_3-4_gr.jpg operellen2_7_4_gr.jpg pr_operellen2_5_2_gr.jpg pr_operellen2_7_1_gr.jpg pr_operellen2_5_4_gr.jpg pr_operellen2_5_3_gr.jpg operellen2_2.jpg pr_operellen2_7_6_gr.jpg pr_operellen2_4_4_gr.jpg pr_operellen2_4_1_gr.jpg pr_operellen2_3_2_gr.jpg pr_operellen2_7_2_gr.jpg pr_operellen2_6_4_gr.jpg pr_operellen2_2_2_gr.jpg

Kurier, 4.3.2007, Winfried Werner Linde

Operellen ohne Fluchtweg durch Abkürzungen

Es gehört zu den Gesetzmäßigkeiten des Theaters, daß es Werke präsentiert, die Wahrheiten und Anregungen, Spannung und Meditation bieten sollen. Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist die so genannte zeitgenössische Kunst, die jenen Geist vermittelt, der derzeit das Maß der Dinge sein soll. In den Kammerspielen des Tiroler Landestheaters hatte am Freitag Abend die zweite Ausgabe von "Operellen" Premiere: Kleinst-Musik-Werke von Mini-Dauer zeitgenössischer Komponisten wie Johanna Doderer, Hannes Raffaseder, Ulrich Küchl, René Clemencic, Jury Everhartz, Klaus Lang und Herwig Reiter - mit Texten von Zeitgenossen. Grundthema: Abkürzungen und Beschleunigungen. Die Koproduktion des Tiroler Landestheaters mit dem sirene Operntheater und Jugendstiltheater Wien erwies sich aber in der Inszenierung von Kristine Tornquist und deren Überleitungs-Pantomime-Einfällen als Verlangsamung von beträchtlicher Länge.
Wofür die Regisseurin aber nur teilweise verantwortlich ist. Denn das, was da an Texten von Johannes Schrettle, Barbara Frischmuth, Kristine Tornquist, Günter Rupp und Händl Klaus geboten wurde, führte zu Klangflächen und Schrillheiten, mehr nicht.
Das Bühnenbild und die Kostüme stammen von Julia Libiseller, die zum Grundthema mit den surrealen Elementen auch eine solche Ausstattung schuf.
Mit Ausnahme von Daniel Glattauer, der sich als Texter der Chat-Welt von heute annahm und eine recht dichte Poesie der Sprachlosigkeit in der virtuellen Welt zauberte, war der Rest wie ein aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts entsprungenes Relikt des absurden Theaters und der subtilen Poetik von Ernst Jandl. Auch Antonio Fians Suche nach den Vokalen (von einer grandiosen Eleonore Bürcher als Mann oder Frau im Mond gespielt) ist nichts Neues.
Die Musik wurde interpretiert vom Tiroler Ensemble für Neue Musik unter der Leitung von Leif Klinkhardt - mit sensibler Intensität und großer Werk-Erspürung.
Jennifer Chamandy, Lysianne Tremblay, Alexander Mayr und Andreas Mattersberger brillierten als SängerInnen, Eleonore Bürcher als Schauspielerin.

Andere Kritiken