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Presse

Kurier, 3. Oktober 1997, Caro Wiesauer

Das Autodrom als Theater. Das Theater am Sofa im Wiener Wurstelprater.

Es surrt und dröhnt und zischt. Menschen schreien, lachen und toben. Im Elite-Autodrom, mitten im Wiener Wurstelprater, steht ein rotes abgewetztes Sofa. Was macht es da? Es wird von (Burg-)Schauspielern für eine szenische Lesung besessen. Und der Volksopern-Begräbnischor singt dazu. Eintritts-Karten werden an der Chip-Kassa verkauft, die dem "Conferencier" (Karl Pfeifer) auch als Podium für seine Ansagen dient. Buntes, blinkendes Praterlicht, das sonst das Unterbewußtsein des vergnügungssüchtigen Besuchers massiert, setzt theatralische Effekte. Die Crash-Vehikel dienen als Logen, Bänke auf der Fahrfläche bieten zusätzlich Platz. Das Buffet liefert der "Wilde Mann" von nebenan.
"Theater am Sofa" ist, nicht nur ob des kuriosen Schauplatzes, eine sehr vergnügliche Angelegenheit.
Zum Vortrag gelangen "lob der optik" von H.C. Artmann, dem Großmeister des Pratergefühls, und launiges Zeitgenössisches junger Autoren. In "Ich zwei" von Vesna Tusek geben Anneke Sarnau und Ute Springer ein aneinandergefesseltes Paar, das nicht nur den Leber-Käse teilt. Leberkäse kommt auch als Austriazismus in "Augsburg" (Antonio Fian) vor. Ein Dreiakter als Einakter von Andreas Dusl ist der längste Beitrag (15Min.), "In der Unkenntlichkeit des Raumes" verklingt leider unhörbar im Raum. Beim heiter-kritischen "Kasperl go home" von Kristine Tornquist (auch Regie) turnen am Ende alle sechs Darsteller auf dem Sofa herum. Und wie das zu einem richtigen Theaterabend gehört, taucht "Karl Löbl" (Erich Joham) in Begleitung eines ORŠ-Teams zur "Kritik" auf. Ein Abend, der nach Wiederholung schreit!