Ernstbrunner, Pia Eulenberger, Klaus Everhartz, Jury Everhartz, Yvonne Falkenstein, Gottfried Falkenstein, Johannes Falkner, Brigitta Fankhauser, Renate Fedotov, Alexej Feinig, Nikolaus Fejes, Agnes Felderer, Brigitte Fendel, Ulrike Fennes, Florian Ferk, Miha Ferrari, Fabricio Feuersänger, Paul Fian, Antonio Flemming, Andreas Flosdorf, Dietmar Flunger, Elisabeth Foinidis, Bojana Formenti, Marino Fornhammar, Lisa Fragner, Bert Frangenberg, Hanno Frank, Irene Franzobel Frid, Grigori Friebel, Michael

Jury Everhartz

Everhartz, Jury

Komponist, Dirigent und Organist.

Jury Everhartz wurde 1971 in Berlin geboren und lebt als Komponist, Organist, Dirigent und Kurator in Wien. Er studierte in Berlin und Wien Theologie, Philosophie, Musikwissenschaft, Kirchenmusik und Komposition.

Organist und Chorleiter
Er ist Organist der Pfarr-und Wallfahrtsbasiliken Mariahilf, St. Ulrich in Wien und der Augustinerkirche, in Breitenfeld und der Piaristenkirche. Ausserdem spielt er mit vielen namhaften Ensembles und Musikern in ganz Österreich. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt hier auf der Alten Musik. Jury Everhartz ist Kurator und Dirigent der Sonntagsmusiken während des Carinthischen Sommers in Ossiach. Er ist musikalischer Leiter dreier Chöre, darunter der Musica Viva in Lainz und des Vokalensembles Mariahilf.

Dirigent
Jury Everhartz hat sich vor allem als Dirigent zeitgenössischer Musik profiliert. Er brachte als Dirigent etliche Werke österreichischer Komponisten zur Uraufführung, zuletzt die Oper NEMESIS  von Hannes Löschel in Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien in der Wiener Kammeroper. Jury Everhartz dirigierte in Berlin, London, Ossiach und anderen Orten ausserhalb von Wien und arbeitete mit grossen Orchestern, darunter etwa die Ägyptische Staatsphilharmonie in Kairo (Uraufführung der Oper TÜRKENKIND von Wolfram Wagner). Mit der Musica Viva brachte er die Kantate WENN ALLE BRÜNNLEIN FLIESSEN von Bernd Alois Zimmermann zur Aufführung.

Komponist
Als Komponist trat Jury Everhartz vor allem als Schöpfer von bisher 10 Bühnenwerken hervor.
“Hierlanda” Musikalisches Spektakel nach Johannes Udallricus von Federspill
“Ohne Fortschritt keine Fische” Halbszenisches Konzert über Schlaufentexte von Kristine Tornquist
“Der automatische Teufel” Ein musikalisches Dilemma nach einem Libretto von Dora Lux
“Feist” nach einem Libretto von Günter Rupp
“Der Kommissar” Eine Kriminaloper nach einem Libretto von Kristine Tornquist
“Das Krokodil” Eine Spieloper nach Fjodor Dostojewski, Libretto von Kristine Tornquist
“Das gestohlene Herz” nach einem Libretto von Wolfgang Bauer
“Circus” Ganz Große Oper nach einem Libretto von Kristine Tornquist
“Fröhliche Wissenschaft” nach einem Libretto von Günter Rupp
“Der Bucklige” nach einem Libretto von Kristine Tornquist
Alle genannten abendfüllenden Bühnenwerke wurden in Österreich uraufgeführt, aber auch im Ausland gespielt, etwa auf der Musikbiennale in Zagreb und in Deutschland.
Jury Everhartz schrieb zahlreiche Werke für kammermusikalische Besetzungen, darunter etwa eine Komposition für das Haydn-Trio Eisenstadt, die auch auf CD vorliegt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt hier auf der Vokal-Musik, in fast allen seinen Kompositionen steht die menschliche Stimme im Mittelpunkt seiner Arbeit. Darüber hinaus gibt es auch rein instrumentale Werke, zumeist Auftragskompositionen. Für seine Arbeiten erhielt Jury Everhartz zwei Mal ein Kompositionsstipendium der Republik Österreich.

Kurator und Organisator
Jury Everhartz ist Herausgeber des 2013 in der edition atelier erschienenen Buches „Fragen an das Musiktheater“. Er schrieb Beiträge zu Festivalprogrammen (etwa die Tiroler Festspiele in Erl), kleinere Essais (zuletzt über Hanns Eisler für die Zeitschrift der IG Freien Theater in Österreich). Neben vielen Arbeiten für verschiedene Veranstalter und Festivals (zuletzt etwa der VOCUMENTA) ist Jury Everhartz ein gefragter Kurator und Juror, er wr etwa für den Belvedere Wettbewerb an der Wiener Staatsoper, an den Opernhäusern in Istanbul, Tiflis, Breslau, Hamburg, Köln und Stuttgart. Er war Vorstandsmitglied der IG Freie Theater Österreich und ist stellvertretender Obmann des Verbandes der Freien Musiktheater in Wien.

sirene Operntheater
Die künstlerische Zusammenarbeit von Kristine Tornquist und Jury Everhartz begann im Jahr 1998. Aus dieser zwillinghaften Symbiose von Text und Musik, Regie und Produktion entstand einige Jahre später das sirene Operntheater. 29 Projekte mit insgesamt 51 Opern- und Kurzopern-Uraufführungen später hat sirene - auch dank längerfristiger Förderung der Stadt Wien seit 2006 - ein waches und wachsendes Publikum gefunden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zusammenarbeit mit österreichischen Komponisten, Autoren und Künstlern. Bisher haben Oskar Aichinger, Thomas Arzt, Akos Banlaky, Wolfgang Bauer, René Clemencic, Francois-Pierre Descamps, Thomas Desi, Christof Dienz, Irene Diwiak, Johanna DodererJury Everhartz, Brigitta Falkner, Margareta Ferek-Petric, Antonio Fian, Barbara Frischmuth, Daniel Glattauer, Gilbert Handler, Lukas Haselböck, Martin Horváth, Mirela Ivicevic, Jérôme Junod, Dieter Kaufmann, Händl Klaus, Radek Knapp, Paul Koutnik, Matthias Kranebitter, Ulrich Küchl, Bernhard Lang, Klaus Lang, Periklis Liakakis, Hannes Löschel, Friederike Mayröcker, Irène Montjoye, Daniel Pabst, Hermes Phettberg, Peter Planyavsky, Julia Purgina, Hannes Raffaseder, Ratschiller & Tagwerker, Herwig Reiter, Fernando Riederer, Günter Rupp, Gernot Schedlberger, Jakob Scheid, Johannes Schrettle, Kurt Schwertsik, Paul Skrepek, Willi Spuller, Walter Titz, Kristine Tornquist, Heinz Rudolf Unger, Helga Utz, Simon Vosecek, Alexander Wagendristel, Wolfram Wagner, Oliver Weber, Robert M Wildling, Gerhard E. Winkler und Jaime Wolfson Stücke für sirene geschrieben. Gastspiele führten sirene etwa zweimal ans Tiroler Landestheater nach Innsbruck oder 2009 zum Styraburg Festival in Steyr und auf die Musikbiennale nach Zagreb. 2012 folgten die sirenen einer Einladung der Ägyptischen Staatsoper nach Kairo. 2020 gibt es eine Einladung an die Griechische Nationaloper nach Athen. sirene kooperierte bisher mit dem Theater an der Wien und dem Tiroler Landestheater, Institutionen wie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien oder verschiedenen österreichischen Kulturforen und renommierten Festivals wie den World Music Days, SOHO in Ottakring oder Wien Modern. 2015 produziert sirene eine Jubiläumsoper für die Universität Wien.

Bildnis Jury Everhartz
- frei nach Gustav Klimt: Bildnis G. Felsövángi - 1902 in sanften Farben

Weht nachts um Ecken
Schattenwind, wissend
Stiehlt Rosen von Friedhofsbüschen,
Feiernd,
Sitzt mit weissem Turban,
Gereist,
Steht jubelschreiend unterm Operndach,
Liegt langgestreckt
Um Küsten, Frauen,
Hat dies und jenes gesehen,
Singend,
Spielend,
Lebt* in Wien.
(*liebt)       
Manuela Wingenfeld

Kurze Überlegungen