Die Verbesserung der Welt

Fühle mich zu dem Thema überfordert. Schicke dennoch drei Zitate.

Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein, und die Spatzen pfeifen lassen.
Giovanni Melchiorre Bosco, 1815-1888
Es ist nicht gesagt, daß es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muß es anders werden.
Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799
Gott, gib mir die Gnade, mit Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Wilhelm von Oranien, 1533-1584

Helga Utz, Sommer 2020

Durch die Familie läuft der Riss der DDR-Gesellschaft. Der Grossvater wurde einst erschossen, die Mutter ist verschollen - tot oder in den Westen übergelaufen. Der junge Gustav wächst mit seinem ängstlichen Vater, der schon etwas verwirrten Grossmutter und einer Tante auf. Er sehnt sich nach Leben und Freiheit, er kritisiert das Schweigen, das in der Familie herrscht, und vor allem die staatliche Repression. Möglicherweise auch auf Betreiben seiner regimetreuen Tante Ilse wird er als Systemfeind festgenommen. Die Gräben in der Familie reissen weiter auf. Während sein Vater still verzweifelt und Tante Ilse zerrissen zwischen Familie und ihrer Abhängigkeit vom Regime ist, packt die Grossmutter kämpferisch einen Proviantkorb und macht sich auf, um Gustav im Gefängnis zu besuchen und ihn zu befreien. Ihr Besuch ist der Stasi aber verdächtig, Gustav wird beim Verhör gefoltert und landet schwerkrank in der Krankenstation des Gefängnisses. Dort kümmert sich Schwester Pauline um die Häftlinge. Sie vertauscht still die Krankenakte von Gustav mit der des Toten im Bett daneben. Der herzkranke Sohn des Führungskaders Kleinmann hat die Folter nicht überlebt. Als der Gefängnisdirektor nun die falsche Krankenakte liest, erschrickt er - der Sohn Kleinmann muss unbedingt gerettet werden, sein Herz soll im Westen behandelt werden. So wird Gustav, der das Spiel mitspielt, von der Stasi in die Freiheit geschickt - nach Westdeutschland, wo er hofft, seine Mutter wiederzufinden.
Helga Utz schrieb eine raffinierte Verschränkung von unterschiedlichen Wirkungen gutgemeinter Taten und zeichnet dabei ein differenziertes Bild einer restriktiven Gesellschaft, die Opposition mit Gewalt beantwortet.