Baumer, Elisabeth Belakowitsch, Erwin Bennent, Anne Bergmann, Rupert Bernhart, Toni Bisovsky, Herbert Blake, Claire Blimlinger, Eva Blochberger, Lutz Blumenschein, Isabel Bock, Michael Böhm, Birgit Bomze, Immanuel Bönsch, Annemarie Braun, Barbara Braun, Ulu Braun, Ursula Breisach, Maud Brenneis, Bettina Brodacz, Anna Bruckmeier, Stephan Bruckschwaiger, Karl Brunner, Reinhold Brunnhuber, Rudolf Bukareva, Boriana Bulut, Özlem Bürcher, Eleonore Buresch, Wolfgang Burghofer, Gudrun Burgstaller, Hannes

Anne Bennent

Bennent, Anne

Schauspielerin.

Anne Bennent wurde am 13. Oktober 1963 als Tochter des deutschen Schauspielers Heinz Bennent und der französischen Tänzerin Paulette Renou (Künstlername: Diane Mansart) in Lausanne in der Schweiz geboren.

Bereits mit zehn Jahren stand sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem knapp drei Jahre jüngeren Bruder David für Hans W. Geissendörfers Fernsehfilm "Die Eltern" vor der Kamera und gab damit ihr schauspielerisches Debüt. Ebenfalls unter der Regie Geissendörfers folgte 1976 die Ibsen-Verfilmung "Die Wildgans", in der sie wieder mit Vater Heinz Bennent spielte und auch gleich mit dem Berliner Förderpreis der Akademie der Künste ausgezeichnet wurde. Weitere Zusammenarbeiten mit Vater Bennent waren die Filme "Lulu" (1979, Regie: Walerian Borowczyk) und "Der Snob" (1984, Regie: Wolfgang Staudte).

Außerdem folgten Produktionen wie "Meine Seele ist eine leidenschaftliche Tänzerin - Bettina von Arnim" (1980, Regie: Jochen Richter), "Brandmale" (1981, Regie: George Moorse), "Domino" (1982, Regie: Thomas Brasch), "Schnelles Geld" (1983, Regie: u. a. Raimund Koplin, George Moorse), "Eine Liebe von Swann" (1983, Regie: Volker Schlöndorff), "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" (1994, Regie: Michael Haneke), "Requiem für eine romantische Frau" (1999, Regie: Dagmar Knöpfel) oder "Wambo" (2001, Regie: Jo Baier). Weiters war die zierliche Schauspielerin auch in Krimireihen wie "Der Kommissar", "Tatort", "Derrick" und "Der Alte" zu sehen.

Anne Bennent arbeitete während ihrer bereits dreißigjährigen Karriere nicht nur vor der Kamera, sondern vor allem am Theater. Ihr Bühnendebüt feierte sie 1978 am Berliner Schiller-Theater mit der Rolle der Anja in Hans Lietzaus Inszenierung von Tschechows "Der Kirschgarten". Trotz ihres Naturtalents für die schönen Künste absolvierte Bennent von 1981 bis 1982 das Conservatoire de Genève in der Schauspielklasse von Claude Stralz. Von 1982 bis 1984 besuchte sie die "Ecole du théâtre des Amandiers" bei Patrice Chéreau, inklusive eines dreimonatigen Austausches mit dem O'Neil Theater Center in den Vereinigten Staaten.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung war Anne Bennent von 1984 bis 1986 am Münchner Residenztheater engagiert, wo sie unter anderem in Ingmar Bergmanns Inszenierung des Ibsen-Stückes "John Gabriel Borkmann" die Rolle der Erna sowie in B. K. Tragelehns "Hamlet"-Adaption die Ophelia spielte. Weitere Bühnenengagements führten sie 1986 ans Stuttgarter Schauspiel unter Ivan Nagel, wo sie unter anderem mit Regisseuren wie Bob Wilson, Nils Peter Rudolph und Axel Manthey arbeitete und für ihre Leistungen mit dem O.-E.-Hasse-Preis für die beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde. 1987 spielte Anne Bennent bei den Salzburger Festspielen (Johanna in "Der einsame Weg", Regie: Thomas Langhoff), 1989 an den Münchner Kammerspielen (Titelrolle in "Und Pippa tanzt", Regie: Thomas Langhoff). Im Rahmen eines eigenen Chansonabends mit dem Titel "Pour Maman" gastierte Bennent 1989 unter anderem in Hamburg, Berlin, Frankfurt und Paris.

1990 spielte die vielseitige Actrice erneut bei den Salzburger Festspielen (Esther in "Die Jüdin von Toledo", Regie: Thomas Langhoff) und ab diesem Jahr auch regelmäßig am Wiener Burgtheater. Im Haus am Ring war sie zum Beispiel 1990 als Sascha in Peter Zadeks "Ivanov", im gleichen Jahr auch als Desdemona in George Taboris "Othello" und 1991 als Penthesilea in Ruth Berghaus' Inszenierung des Kleist-Dramas zu sehen. 1992 gab sie eine weitere große Frauenfigur Kleists, "Das Käthchen von Heilbronn" unter der Regie von Hans Neuenfels.

Nach einem kurzen künstlerischen Ausflug an das Hamburger Schauspielhaus, wo sie 1993 in Leander Haußmanns Inszenierung von "Troilus und Cressida" die Hauptrolle spielte, hatte sie das Wiener Burgtheater in den Saisonen 1994/95 wieder: In dieser Zeit gab sie am Akademietheater die Mascha in Haußmanns "Drei Schwestern" von Tschechow und die Titelrolle in "Yvonne, Prinzessin von Burgund" in der Regie von Witold Gombrowicz. Für diese Rolle erhielt Bennent 1996 die renommierte Josef-Kainz-Medaille.

1995/96 stand die Mimin in Paris, am Théâtre de Bouffes du Nord, auf der Bühne, 1996/97 spielte sie unter der Regie von Claus Peymann ("Zurüstungen für die Unsterblichkeit") wieder an der Wiener Burg. Ein Gastspiel führte sie zum Ensemble Modern in Frankfurt, wo sie als "Kassandra" in Christoph Marthalers gleichnamiger Inszenierung zu sehen war. In derselben Rolle und Inszenierung des Monodrams trat sie 1997/98 auch am Burgtheater auf, weiters war sie in dieser Zeit die Alkmene in Kleists "Amphytrion", Regie Hans Neuenfels, die Minna in Jens Herzogs Version von Lessings "Minna von Barnhelm" und in den Tschechow-Einaktern "Der Heiratsantrag" und "Der Bär", die nach wie vor regelmäßig aufgeführt werden, zu sehen.

1999 spielte Anne Bennent in Wien und am Staatstheater Darmstadt die Rolle der Sarah Bernhardt in George Taboris persönlich inszeniertem Stück "Purgatorium". 2001 war sie in der von Klaus Michael Grüber inszenierten Wiener Festwochen-Koproduktion "Roberto Zucco" zu sehen, 2002 in der österreichischen Erstaufführung des Botho-Strauß-Stücks "Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia" (Regie: Dieter Giesing). Im Jänner 2003 gab Bennent am Wiener Burghteater die Klytemnästra in Joachim Schlömers Inszenierung von Hoffmannsthals "Elektra".

Anne Bennent begeistert das Publikum nicht nur mit ihrem schauspielerischen Talent, sondern hält auch immer wieder Lesungen literarischer Texte ab.

Anne Bennent