Presse: Genia oder das Lächeln der Maschine

Genia oder Das Lächeln der Maschine
Oper in zwei Akten, Musik von Tscho Theissing, Libretto von Kristine Tornquist, Musikalische Leitung: George Jackson, Inszenierung: Kateryna Sokolova, Bühne: Erich Uiberlacker, Kostüm: Alexandra Burgstaller. Beethoven - Kristján Jóhannesson, Elise - Jenna Siladie, Johann Nepomuk Mälzel - Ivan Zinoviev, Leonhard Mälzel - Quentin Desgeorges, Anton Schindler - Johannes Bamberger, Genia - Ilona Revolskaya, Wiener KammerOrchester. Theater an der Wien in der Kammeroper, Premiere am 5. März, 19 Uhr, Weitere Aufführungen: 8., 10., 12., 24., 29., 31. März, 2. April 2020.

Kleine Zeitung, 01.02.2020, TSC/Traussnig
Der Salzburger Tscho Theissing nimmt mit "Genia oder das Lächeln der Maschine" Bezug zum Jahresregenten Beethoven. Für das Werk zu Kunst und Technik, das am 5. März in der Kammeroper des Theaters an der Wien Premiere feiert, schrieb Kristine Tornquist den Text. Die Grazerin, Mitbegründerin der Gruppe "sirene Operntheater", Regisseurin und Autorin von bereits 42 vertonten Libretti, verspricht "eine Buffo-Oper, die lustig ist, aber tragisch endet."

Vorarlberg Online, 29.01.2020 - Salzburger Nachrichten, 29.01.2020 - Tiroler Tageszeitung, 29.01.2020:
Zwei Beethoven-Uraufführungen
Zuvor kommen aber zwei zeitgenössische Opern zur Uraufführung. "Unser Ansatz war: Beethoven, der Neuerer, einer, der immer versucht, neue Wege zu gehen", so Roland Geyer. "Daher war für mich klar: Es soll zwei neue Opern aus dem Gedankengut Beethovens geben." (...)
In der Kammeroper kommt eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem großen Komponisten heraus: In "Genia oder Das Lächeln der Maschine" (Premiere: 5. März) von Komponist Tscho Theissing und Librettistin Kristine Tornquist findet sich deutlich mehr Beethoven als in "Egmont". "Die Anforderungen waren hier anders", sagte Geyer. "Wir wollten zwar nicht gerade Beethoven selbst auf der Bühne haben - obwohl genau das nun der Fall ist -, aber eine Oper zu Beethoven, die viele der über ihn im Umlauf befindlichen Mythen, Legenden und Gschicht'ln nimmt und in einen Fleischwolf wirft." Herausgekommen ist eine Oper, die Kunst und Technik miteinander in Wettstreit treten lässt. "Bis auf eine habe ich ausschließlich historische Figuren verwendet und versucht, ihnen gerecht zu werden", schilderte die Grazerin Tornquist, Mitbegründerin der Gruppe "sirene Operntheater" und Autorin von bereits 42 vertonten Libretti.
Das "Künstler-Genie Beethoven, das an die Verbesserung der Welt durch Kunst glaubt", setzt sie in Gegensatz zu Johann Nepomuk Mälzel, den Erfinder des Metronoms, der in der Technik den entscheidenden Motor des Fortschritts sieht. Im zunehmend fiktionalen zweiten Teil wird noch allerhand weiteres erfunden - sogar der Computer. Doch der wissensdurstige Beethoven überfordert die Maschine und sorgt damit für einen Kurzschluss, der nachhaltige Folgen nicht nur für die Technik-, sondern auch für die Musikgeschichte hat. Nicht nur auf der Bühne, auch in der Musik sei Beethoven in "Genia" präsent, versprach Tornquist. "Es ist eine Buffo-Oper. Sie ist lustig, endet aber tragisch. Es wird sehr unterhaltsam." Die titelgebende Genia, gesungen von Koloratursopranistin Ilona Revolskaya, ist übrigens eine Vorläuferin von Siri und Alexa und bekommt eine große Arie in Maschinensprache. (APA)

Wiener Zeitung, Christoph Irrgeher, 29.01.2020: Bis die Drähte rauchen
Heiterer geht’s in "Genia" (Text: Kristine Tornquist) zu: Hier zanken Beethoven und Metronom-Erfinder Johann Nepomuk Mälzel über die Frage, wer die Menschheit in die glorreichere Zukunft führt - die Kunst oder die Technik. Eine bedeutende Rolle spielt dabei eine gewisse Elise. In die verliebt sich Beethoven bald unsterblich, nicht zuletzt, weil sie einen Musikautomaten erfindet. Der ist so hübsch wie Offenbachs Olympia-Roboter und so hellsichtig, dass er in die Zukunft der Tonkunst schauen kann - woraufhin Beethoven die Drähte nur so rauchen lässt. Wohin das führt? Ab 5. März in der Kammeroper zur Musik von Tscho Theissing zu sehen.

Der Standard, Ljubisa Tosic, 07.01.2020: Schnee von morgen
Es ist letztlich für Geyer Schnee von morgen. Das Beethoven-Jahr bindet seine Aufmerksamkeit weitaus stärker. "Vor allem gilt es, mit dem Bild des mürrischen, schwerhörigen Genies aufzuräumen und auch andere Perspektiven zu eröffnen. Zum Beispiel Beethovens Leidenschaft für Technik und Innovation: Er war sehr aufgeschlossen, modern und in die Zukunft blickend."
Zum aufgefrischten Bild sollen auch zwei Uraufführungen beitragen: Egmont von Christian Jost wird im Theater an der Wien aus der Taufe gehoben, Genia von Tscho Theissing in der Wiener Kammeroper: "Wir versuchen neue Klänge und Bilder in den Köpfen unseres Publikums über Beethoven entstehen zu lassen. Egmont wurde abseits von Beethovens Schauspielmusik noch nie vertont – und es ist ein Stück über Macht, Freiheit und Utopie. Genia zeigt Beethoven wiederum zwischen Muse und Metronom."

Kurier, 05.04.2019: Beethoven singt
Eine weitere Uraufführung gibt es auch in der Kammeroper. So hat Tscho Theissing (Text: Kristine Tornquist) mit „Genia“ eine Oper komponiert, in der Ludwig van Beethoven passend zum großen Beethoven-Jahr 2020 selbst zur Bühnenfigur wird. (...) „Wir wollen mit diesem Programm dem Gesamtkunstwerk so nahe wie möglich kommen, so Geyer, der sich über „nie dagewesene Auslastungsrekorde“ freuen darf.