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Nachts unter der steinernen Brücke

Rabbi Löw rettet bei einem Besuch des Kaisers Rudolf II in der Judenstadt von Prag diesem das Leben, indem er einen Stein, der von einem Attentäter auf den Kaiser gestürzt wird, in ein Paar Tauben verwandelt. Damit hat er allerdings in das Gleichgewicht der Welt eingegriffen und die göttliche Ordnung gestört. Die Folgen wiegen schwer. Denn Rudolf sieht an diesem Tag die schöne Esther und verliebt sich. Nach vergeblicher Suche nach dem Mädchen erpresst Rudolf den Rabbi Löw: wenn ihm dieses schöne Mädchen nicht auf die Burg gebracht würde, werde er die ganze jüdische Gemeinde verfolgen und vertreiben.

Rabbi Löw weigert sich, Esther auszuliefern, denn sie ist die Ehefrau des Kaufmann Mordechai Meisl. Aber um Rudolf zu beschwichtigen, pflanzt der Rabbi einen Rosenstock und einen Rosmarinstrauch unter die steinerne Brücke, in denen sich die Seelen von Esther und Rudolf Nacht für Nacht vereinen sollen. Damit bringt er aber die Sünde in die Judenstadt, die mit einer Seuche bestraft wird, an der die Kinder sterben.

Als Rabbi Löw das durch die Geister der verstorbenen Kinder erfährt, reisst er schweren Herzens den Rosmarinstrauch aus und wirft ihn in die Moldau. In dieser Nacht endet die Seuche, stirbt die schöne Esther und der Kaiser erwacht mit einem Schrei. Der Engel Asael besucht den Rabbi, spricht mit ihm über die Macht der Worte und die Spuren in der Welt, die sie hinterlassen, und wirft ihm den Eingriff in die göttliche Balance vor.

Auf die Frage des Engels, warum sich die Menschen mit der Liebe beschwerten, die nur Unglück in die Welt brächte, erinnert Rabbi Löw den Engel an den Beginn der Zeit, als Engel und Menschentöchter einander liebten. Der Engel weint.

Besetzung