Ernstbrunner, Pia Eulenberger, Klaus Everhartz, Jury Everhartz, Yvonne Falkenstein, Gottfried Falkenstein, Johannes Falkner, Brigitta Fankhauser, Renate Fedotov, Alexej Feinig, Nikolaus Fejes, Agnes Felderer, Brigitte Fendel, Ulrike Fennes, Florian Ferek-Petric, Margareta Ferk, Miha Ferrari, Fabricio Feuersänger, Paul Fian, Antonio Flemming, Andreas Flosdorf, Dietmar Flunger, Elisabeth Foinidis, Bojana Formenti, Marino Fornhammar, Lisa Fragner, Bert Frangenberg, Hanno Frank, Irene Franzobel Frid, Grigori

Jury Everhartz

Everhartz, Jury

Komponist, Dirigent und Organist.

Jury Everhartz wurde 1971 in Berlin geboren und lebt als Komponist, Organist, Dirigent und Kurator in Wien. Er studierte in Berlin und Wien Theologie, Philosophie, Musikwissenschaft, Kirchenmusik und Komposition. 2019 ist er Artist in Residence beim Carinthischen Sommer.

Organist und Chorleiter
Er ist Organist der Pfarr-und Wallfahrtsbasilika Mariahilf, der Ulrichs- und der Augustinerkirche und anderen in Wien. Ausserdem spielt er mit vielen namhaften Ensembles und Musikern in ganz Österreich. Jury Everhartz ist Kurator und Dirigent der Sonntagsmusiken während des Carinthischen Sommers in Ossiach. Als Chorleiter arbeitet er etwa mit der Musica Viva in Lainz und dem Vokalensemble Mariahilf, 2019 etwa bei den Kernfragen an der Universität Wien.

Dirigent
Jury Everhartz hat sich vor allem als Dirigent zeitgenössischer Musik profiliert. Er brachte als Dirigent etliche Werke österreichischer Komponisten zur Uraufführung er dirigierte etwa in Athen, Berlin, Cairo, London, Ossiach, Steyr und Zagreb. Er war Dirigent der Uraufführungen dieser Opern:
Februar 2020 - Chodorkowski (Periklis Liakakis) - Greek National Opera Athens
November 2018 - Das Totenschiff (Oskar Aichinger) - Reaktor Wien / Wien Modern
November 2016 - Hybris (Hannes Löschel) - Theater an der Wien, Wiener Kammeroper
Juni 2014 - Der Lange Atem (Akos Banlaky) - Nationalpark Donauauen
Oktober 2012 - Türkenkind (Wolfram Wagner) - Ägyptische Staatsoper Kairo
September 2011 - Türkenkind (Wolfram Wagner) - Schloßtheater Schönbrunn
November 2009 - Das Tagebuch der Anne Frank (Grigori Frid) - Altes Theater Steyr
Juni 2009 - Die Sarabande (Wolfram Wagner) - Expedithalle Wien
Juni 2008 - Das Tagebuch der Anne Frank (Grigori Frid) - Jugendstiltheater Wien
Mai 1998 - Hirlanda (Jury Everhartz) - Jesuitenkirche Wien

Komponist
Als Komponist trat Jury Everhartz vor allem als Schöpfer von bisher 10 Bühnenwerken hervor.
“Hierlanda” Musikalisches Spektakel nach Johannes Udallricus von Federspill
“Ohne Fortschritt keine Fische” Halbszenisches Konzert über Schlaufentexte von Kristine Tornquist
“Der automatische Teufel” Ein musikalisches Dilemma nach einem Libretto von Dora Lux
“Feist” nach einem Libretto von Günter Rupp
“Der Kommissar” Eine Kriminaloper nach einem Libretto von Kristine Tornquist
“Das Krokodil” Eine Spieloper nach Fjodor Dostojewski, Libretto von Kristine Tornquist
“Das gestohlene Herz” nach einem Libretto von Wolfgang Bauer
“Circus” Ganz Große Oper nach einem Libretto von Kristine Tornquist
“Fröhliche Wissenschaft” nach einem Libretto von Günter Rupp
“Der Bucklige” nach einem Libretto von Kristine Tornquist
Alle genannten abendfüllenden Bühnenwerke wurden in Österreich uraufgeführt, aber auch im Ausland gespielt, etwa auf der Musikbiennale in Zagreb und in Deutschland.
Jury Everhartz schrieb zahlreiche Werke für kammermusikalische Besetzungen, darunter etwa eine Komposition für das Haydn-Trio Eisenstadt, die auch auf CD vorliegt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt hier auf der Vokal-Musik, in fast allen seinen Kompositionen steht die menschliche Stimme im Mittelpunkt seiner Arbeit. Darüber hinaus gibt es auch rein instrumentale Werke, zumeist Auftragskompositionen. Für seine Arbeiten erhielt Jury Everhartz zwei Mal ein Kompositionsstipendium der Republik Österreich, 2019 schreibt er als Composer in Residence für den Carinthischen Sommer.

Kulturarbeiter
Jury Everhartz ist Herausgeber des 2013 in der edition atelier erschienenen Buches „Fragen an das Musiktheater“. Er schrieb Beiträge zu Festivalprogrammen (etwa die Tiroler Festspiele in Erl), kleinere Essais (hier: Hanns Eisler). Neben vielen Arbeiten für verschiedene Veranstalter und Festivals (zuletzt etwa der VOCUMENTA) ist Jury Everhartz ein gefragter Kurator und Juror, er wr etwa für den Belvedere Wettbewerb an der Wiener Staatsoper, an den Opernhäusern in Istanbul, Tiflis, Breslau, Hamburg, Köln und Stuttgart. Er war Vorstandsmitglied der IG Freie Theater Österreich und ist stellvertretender Obmann des Verbandes der Freien Musiktheater in Wien. Er arbeitet als Musikbeirat im Bundeskanzleramt.

sirene Operntheater
Die künstlerische Zusammenarbeit von Kristine Tornquist und Jury Everhartz begann im Jahr 1998. Nach 31 Projekten mit insgesamt 64 Uraufführungen (Ende 2018) hat sirene ein waches und wachsendes Publikum gefunden. Bisher haben Oskar Aichinger, Thomas Arzt, Akos Banlaky, Wolfgang Bauer, René Clemencic, Francois-Pierre Descamps, Thomas Desi, Christof Dienz, Irene Diwiak, Johanna DodererJury Everhartz, Brigitta Falkner, Margareta Ferek-Petric, Antonio Fian, Barbara Frischmuth, Daniel Glattauer, Gilbert Handler, Lukas Haselböck, Martin Horváth, Mirela Ivicevic, Jérôme Junod, Dieter Kaufmann, Händl Klaus, Radek Knapp, Paul Koutnik, Matthias Kranebitter, Ulrich Küchl, Bernhard Lang, Klaus Lang, Periklis Liakakis, Hannes Löschel, Friederike Mayröcker, Irène Montjoye, Daniel Pabst, Hermes Phettberg, Peter Planyavsky, Julia Purgina, Hannes Raffaseder, Ratschiller & Tagwerker, Herwig Reiter, Fernando Riederer, Günter Rupp, Gernot Schedlberger, Jakob Scheid, Johannes Schrettle, Kurt Schwertsik, Paul Skrepek, Willi Spuller, Walter Titz, Kristine Tornquist, Heinz Rudolf Unger, Helga Utz, Simon Vosecek, Alexander Wagendristel, Wolfram Wagner, Oliver Weber, Robert M Wildling, Gerhard E. Winkler und Jaime Wolfson Stücke für sirene geschrieben.
Nach ersten Produktionen in der Jesuitenkirche, dem Wasserturm und dem Künstlerhaus in Wien erweiterte sich das Spielfeld kontinuierlich, 2003 fand das sirene Operntheater eine Basis im Jugendstiltheater, seit 2009 in der ehemaligen Ankerbrotfabrik. In letzter Zeit bespielte sirene etwa die Wiener Kammeroper, das Semper-Depot und den Reaktor in Wien.
Gastspiele führten sirene zweimal ans Tiroler Landestheater nach Innsbruck oder 2009 zum Styraburg Festival in Steyr und auf die Musikbiennale nach Zagreb. 2012 folgten die sirenen einer Einladung der Ägyptischen Staatsoper nach Kairo. 2020 gastiert sirene an der Staatsoper in Athen.
sirene kooperierte bisher mit dem Theater an der Wien und dem Tiroler Landestheater, Institutionen wie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien oder verschiedenen österreichischen Kulturforen und renommierten Festivals wie den World Music Days, SOHO in Ottakring oder regelmässig Wien Modern. 2015 produzierte sirene eine Jubiläumsoper für die Universität Wien. 2017 erhielt sirene den Österreichischen Musiktheaterpreis und wurde damit "Bestes Off-Theater Österreichs".

Weht nachts um Ecken
Schattenwind, wissend
Stiehlt Rosen von Friedhofsbüschen,
Feiernd,
Sitzt mit weissem Turban,
Gereist,
Steht jubelschreiend unterm Operndach,
Liegt langgestreckt
Um Küsten, Frauen,
Hat dies und jenes gesehen,
Singend,
Spielend,
Lebt* in Wien.
(*liebt)       
Manuela Wingenfeld
: Bildnis Jury Everhartz - frei nach Gustav Klimt: Bildnis G. Felsövángi - 1902 in sanften Farben

Kurze Überlegungen