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Liechtensteiner Vaterland, 29. 5. 2006, edt

Anne Franks Schicksal macht zeitlebens betroffen

Wunderbare Nina Plangg. Als Anne Frank überzeugte die grandiose Vorarlberger Sopranistin Nina Maria Plangg, ihr zur Seite ein Orchester der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz unter der musikalischen Leitung von Thomas Kerbl (Ensemble Sonare Linz). Regie führte Kristine Tornquist, die Bühne im Sulzer-Saal (Jakob Scheid) bestand aus Tisch und Stuhl und einem multifunktionalen grossen Kasten, der die beengte Lebenssituation Anne Franks beklemmend suggerierte. Der Vorarlberger Michael Köhlmeier rezitierte – leider stark verkühlt – Passagen aus dem Tagebuch. Das „Ich“ der Anne Frank hätte aus dem Mund einer etwa gleichaltrigen Schauspielerin wohl überzeugender geklungen.
Die vielseitige Vorarlberger Sopranistin Nina Maria Plangg, die vor allem in den Bereichen Oper, Oratorium und zeitgenössischer Musik wirkt, erfüllte die Gestalt der Anne Frank mit einem Empfindungsreichtum sondergleichen. Im einfachen Kleidchen imaginierte sie schon optisch das pubertierende Mädchen Anne und beeindruckte nachhaltig durch ihre modulationsfähige Stimme und realistische Gestik, welche die Gefühlsskala von Sehnsucht, Hoffnung, Resignation bis schrilles Aufbegehren höchst eindrucksvoll durchmass. Der mit kühnen stimmlichen Ausbrüchen durchsetzte Sprechgesang und die kongeniale Assistenz des Orchesters bewirkten beim Publikum echte Ergriffenheit.
Regisseurin Kristine Tornquist bewies mit dem Kasten, der mit Küchenutensilien, Matratze etc die Kleinstwohnung Annes andeutete, sowie den Einfällen des permanenten Kartoffelschälens, des stürmischen Rückens an den Uhrzeigern oder der Seifenblasenwolke ihr Gespür für unaufdringliche Symbolik.

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