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Der neue Merker, 29.6.2009 - Hans Peter Nowak

sireneOperntheater – Zyklus „NACHTS“, 29.5. – 27.6.


Über die 1. Vorstellung im 9-teiligen Zyklus wurde bereits im Merker 6/09 berichtet, im Wochenabstand fanden weitere Aufführungen statt.
Oskar Aichinger - „Der entwendete Taler“: Quasi die Vorgeschichte – der spätere Kaiser Rudolf II. ist noch ein junger Erzherzog, Mordechai Meisl noch ein Bub, der auf märchenhafte Weise den Grundstein zu seinem Vermögen legt.
François-Pierre Descamps – „Der vergessene Alchimist“: Vor allem instrumental ein sehr gelungenes Stück, es leitet sanft aus der Renaissance in zeitgenössische Musik über. Wieder ist (buchgemäß) keine Frauenrolle vorhanden. Als Alchimist, der sich am Ende die Pulsadern aufschneidet und folglich aus der Geschichte ausscheidet, ist John Sweeney groß an Gestalt und an Stimme.
Wolfram Wagner – „Die Sarabande“: Ein Stück ohne Kaiser, aber mit Rabbi. Die frauenlose Zeit wird durch Nina Plangg als kroatische Sängerin unterbrochen. Männliches Balz- und Protzverhalten wird karikiert. Wieder ein Lob an die Regie, die mit eigentlich einleuchtenden Mitteln den verfügbaren Raum (diesmal als Stadt Prag) so gut ausnützt. Wiederum ist die Musik von den ersten Takten an sehr einprägsam. Denkt man beim ersten Ton des Klarinettensolos noch, das sei nicht der Renaissance gemäß, so kommt die Klarinette einem kurz danach schon als selbstverständlich vor.
Lukas Haselböck – „Der Maler Brabanzio“: Ein Stück mit Kaiser und Meisl, aber ohne Rabbi. Das Klangspektrum einer Frauenstimme, die einer Flickschneiderin mit Herz und Stimme am rechten Fleck gehört, wird von Heidemarie Gruber geliefert. Brabanzio ist Erik Leidal mit einer sehr angenehmen Tenorstimme. Der ratlose Kaiser ist zeitweise zum Stottern verurteilt. Die schöne Jüdin aus der ersten Oper kehrt als stummes Trugbild wieder.
Paul Koutnik – „Das verzehrte Lichtlein“: Diese Oper spielt 8 Jahre später und Meisl ist dem Sterben nahe. Kaiser und Kammerdiener sind wie gewohnt. Meisl hat einen Diener Mendel, der von Michael Schwendinger gesungen wird. Als Stimme der Esther, und auch als Eva von Lobkowitz, die sich als Gärtner verkleidet dem Kaiser nähern will (sie wirkt ein bisschen wie Eliza Doolittle), ist für die erkrankte Romana Beutel Marelize Gerber eingesprungen. Sie hat aus Noten gesungen – neben Lob für den Mut, bei einem unbekannten Stück einzuspringen, auch ein Lob für die Ideen der Regie, ihr das Notenpult rechtzeitig zum Blumenbeet zu stellen und wieder zu entfernen – so könnte man das auch bei großen Bühnen lösen, tut es aber nicht. Der Rabbi ist fast die ganze Zeit präsent, hat aber diesmal nichts zu singen.
Und der Komponist Paul Koutnik? Eine Ausnahmeerscheinung, nicht hauptberuflich studierter, aber im Zweitberuf ausübender Musiker, der seine Erlebnisse in der Welt der Wirtschaft in Musik umsetzt. Und wenn er „richtlinienkonform“ (im Sinne der EU) im Programmheft schreibt, fühle ich mich ihm so verbunden.
Als Zwischenbilanz nach 6 Aufführungen ist zu sagen: Die Idee fesselt von Mal zu Mal mehr. Die Musik der verschiedenen Komponisten ist nicht gleich, aber mit einer Verwandtschaft auf einer höheren Ebene gesegnet. Auch dass Kaiser und Meisl in der 5. wie in der 1. Oper im Stehen schlafen, gibt Zusammenhang. Besonders hervorzuheben sind die Kostüme, phantasievoll und der Zeit nicht widersprechend – eine seltene Kunst heutzutage – von Markus Kuscher.
Auf eine Frage nach der Finanzierbarkeit des großen Vorhabens sagt Kristin Tornquist, verantwortlich für Libretto und Regie, dass Sponsoren es möglich machten, das Projekt durchzuziehen. Zwischendurch schien es, als könnten die letzten 3 Aufführungen nicht stattfinden. Jetzt plant man schon eine gebündelte Wiederholung im nächsten Jahr. Dies zu hören, freut den Merker’, denn dieses Projekt mit all seinen erfolgreichen Anstrengungen soll weiteres Publikum finden.

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