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eine opera buffa

„Prinz, Held und Füchsin” von Kristine Tornquist ist ein buntes, böses und komisches Stück um drei Generationen, ihre Vorstellungen und Erwartungen an Liebe und Familie und die Dynamik zwischen Männern und Frauen, Eltern und Kindern.

Die Familie wird hier in ein skurriles Märchenmileu verpflanzt. Als Metapher für das Allgemeingültige behandelt hier das Märchen den alten Pantoffenhelden als König, der sich auf seinem Thron gegen alle Fragen und Probleme verschanzt hat. Die Dame des Hauses schickt als Königin ihr Stubenfräulein um heissen Kaffee und beobachtet gelangweilt, wie er kalt wird. Ihr Sohn, der Prinz, ist überfordert von den Ansprüchen einer modernen Prinzessin, der Füchsin. Denn die will nicht, wie es bisher üblich war, den Prinzen bewundern und warten, bis der zusammen mit einem Miethelden die üblichen Abenteuer der Jugend absolviert hat. Sie will selbst Abenteuer erleben. Sie flüchtet vor der festgesetzten Hochzeit mit dem Motorrad nach Amerika, verfolgt vom Prinzen, der im entscheidenden Moment seinen Helden vorschickt und damit alles verpatzt. Die Hochzeit platzt, die Füchsin flüchtet mit ihrem Nachwuchs in den Hohen Norden, der Prinz in den Fernen Osten, der Held in die Weite Ferne und lassen König und Königin ratlos in ihrer desaströsen Monachie in der Mitte zurück.
(Denn da stimmt längst nichts mehr. Die Liebe zwischen Königin und König ist nur mehr eine Konvention, die Dienstboten verlassen das sinkende Schiff und schon das Aussprechen der nackten Wahrheit könnte eine grosse Krise hervorrufen.)

Doch der Sohn der Füchsin, Moritz, allein mit der Mutter im einsamen Hohen Norden aufgewachsen, hat Sehnsucht nach Gesellschaft und vor allem nach einem Vater. Um ihn zu suchen, reist er zu seinen Grosseltern. Mit seiner Ankunft wacht das schlafende Königreich auf. König und Enkel rivalisieren um die besten Abenteuer. Moritz erfährt, dass er nicht einen, sondern zwei Väter hat. Der Held stürzt mit Hilfe des Lakaien den alte König vom Thron und mutiert dort selbst zum Pantoffelhelden. Die Füchsin verliebt sich endlich und dass die Muttermale am Rücken der Königin verblasst sind, ruft eine Staatskrise hervor, die erst gelöst wird, als der König weinen lernt und der Held in die Fänge der Schwarzen Köchin gestürzt wird.
Der Thron bleibt leer, denn König, Lakai und Fräulein finden sich am Diwan der Königin zum Bridgespiel ein. Prinz und Füchsin planen die Reise ihrer Liebe, während ihr Sohn nun endlich Zeit hat, sich um die Verbesserung der Welt zu kümmern.

Auch die Monarchie muss verbessert werden - das ist jedenfalls das Resümee, das der Junior der Familie zieht. Und doch kommt es zu einem hoffnungsvollen Schluss, ganz am Ende ist das System Familie noch nicht. Die Mitte, so heisst der Hauptschauplatz dieser Oper, bleibt der Ort, von dem aus zwar alle in verschiedene Richtungen ziehen, wohin sie doch auch wieder zurückkommen.

Die Musik nimmt die Vielfalt der Figuren auf. Komponist Akos Banlaky hat eine sinnliche und dichte Kammeroper geschrieben. Der kleine Moritz präsentiert seine Weltverbesserungs-Vorschläge in rasenden Koloraturen, Prinz, Held und die Füchsin durchqueren mit walking bass den Wilden Westen. Zwischen Hohem Norden, Weiter Ferne und Fernem Osten folgen Echoterzette, Wiegenlieder, Couplets, Cavatinen, Kampf-Fugen auf wilde Rachearien mit Trompetengeschmetter.