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Sisifos

Spätestens seit der römischen Antike wird die Figur des Sisifos vor allem über seine Strafe rezipiert: die Metapher des immer wieder hinabrollenden Steins ist ein weithin bekanntes Bild für die Sinnlosigkeit, die Wiederholung des Immergleichen geworden. Ob die ewige Wiederholung nun tatsächlich identisch mit der Sinnlosigkeit sei, haben seither Philosophen aller Zeiten zu fragen versucht. Seit dem 20. Jahrhundert gibt es einen Konsens, die Wiederholung als Metapher des tätigen Lebens überhaupt zu begreifen. Die grausamste Wiederholung der Weltgeschichte ist die ewige Wiederkehr des Krieges. Historiker schätzen vorsichtig 14.400 Kriege im Lauf der ihnen bekannten Weltgeschichte, in denen etwa ein Dreissigstel der bisherigen Menschenleben ein gewaltsames Ende fand. Noch konnte sich die Wissenschaft nicht auf die Gründe und das Wesen der eskalierenden Aggression des Menschen einigen, die Auswirkungen aber sind wesentlicher Teil seiner Geschichte. 7 Ausschnitte aus der Weltgeschichte zeigen den Menschen Sisifos, der sich immer erneut in die Schlacht stürzt und sich damit der Selbstzerstörung und Vernichtung seiner Lebensgrundlage unterwirft, ohne daraus lernen zu können. Ein Chor von sechzig Sirenen verkörpert die von Sisifos gerufenen Krieger, vom spätmittelalterlichen Ritter, dem Landsknecht im Dreissigjährigen Krieg, dem Preussensoldaten im Siebenjährigen Krieg, dem Euphoriker des Ersten Weltkrieges, dem moralisch verwahrlosten Landser des Zweiten Weltkrieges bis zum modernen Terroristen. Der Krieg der Fürsten, der professionelle Krieg, der Krieg der Massenmobilisierung und der Guerillakrieg - dies sind nur unterschiedliche Durchläufe des doch immergleichen Ablaufs: Sisifos stürzt sich in den Krieg und kommt darin um. Allein die Reflexion über sein Tun könnte ihn vor dem immer wiederholten Absturz bewahren. Gerade an einem Ort des Wissens und der Erfahrung möchte man darüber verzweifeln, wie schwer es dem Menschen fällt, dazuzulernen.

Text. Kristine Tornquist - Musik. Bernhard Lang
Eine sirene Produktion in Koproduktion mit der Universität Wien

Premiere am 23. Oktober 2015, weitere Vorstellungen am 24., 25., 26. und 27. Oktober 2015
Grosser Festsaal der Universität Wien
jeweils um 20.00 Uhr

Kommt bitte in die UNI und schaut Euch Sisifos an. Oder besser geschrieben, HÖRT Euch Sisifos an. Schließt die Augen, wenn keine Schauspieler auf der wundervollen praktischen wie ausgeklügelten Bühne spielen und lauscht den 60 Sirenen. Lauscht und laßt Euch hinweg tragen. Laßt Euch treiben, schwimmt mit, im MEER der phantastischen Töne, die nicht aus Menschen kommen können. Traumhaft! Einzigartig! Genial!
Sven Stäcker