Scheidl, Roman Scheidleder, Hermann Scheschareg, Steven Schiffer, Andreas Schindegger, Sebastian Schindel, Robert Schirmer, Oliver Schiske, Claudia Schmidinger, Marcus Schmidt, Daniel Schmidt, Mirjam Schmuckerschlag, Dagmar Schneider, Ula Schön, Thomas Schönmüller, Annette Schörghofer, Gustav Schorsch, Gerda Schreiberhuber, Hapé Schrettle, Johannes Schubert, Georg Schuch, Barbara Schueler, Roland Schuster, Heidelinde Schwahn, Mima Schwahn-Reichmann, Raja Schweinester, Paul Schwendinger, Johannes Schwendinger, Michael Schwengerer, Erwin Schwertsik, Kurt

Steven Scheschareg

Scheschareg, Steven

Bariton.

Der österreichisch-amerikanische Bariton STEVEN SCHESCHAREG wird geschätzt für seine Vielseitigkeit, starke Bühnenpräsenz und markante Stimme. Er ist Gewinner des George London Preises der Wiener Staatsoper und wird gelobt für seine Interpretation Neuer Musik. Er wurde in Brooklyn, New York als Kind österreichischer Eltern geboren und wuchs auf beiden Kontinenten auf. Schon als Kind sammelte er erste Bühnenerfahrungen in Broadway-Musicals. Danach studierte er Gesang (mit Jan DeGaetani, Thomas Hampson und Walter Berry), Dirigieren, Schauspiel und Geschichte an der Juilliard School und der Eastman School of Music in New York und der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien.
Er debütierte an der Bayerischen Staatsoper München in der Partie des Leutnant Redburn in Brittens Billy Budd. Nach seinen ersten erfolgreichen Engagements am Linzer Landestheater und der Neuen Oper Wien gastierte er im klassischen Bariton Partien wie Escamillo in Carmen, Marcello in La Boheme, dem Vater in Hänsel und Gretel, Don Pizarro in Fidelio und Mozartpartien wie Figaro, Guglielmo und Don Giovanni. In der laufenden Spielzeit singt er am Nationaltheater Mannheim und an der Wiener Volksoper. Aufgrund seiner Opernerfolge erhielt er den George London Preis der Wiener Staatsoper.
Sein Debüt bei den Salzburger Festspielen feierte er mit einer österreichischen Erstaufführung: Galina Ustwolskayas Symphonie Nr. 5. Während seines Studiums mit Jan DeGaetani wurde zeitgenössische Musik ein wichtiger Teil seines Repertoires. Er besuchte den Ferienkurs für Neue Musik in Darmstadt und war Preisträger beim Wettbewerb "Franz Schubert und die Musik der Moderne" in Graz. Er ist einer der führenden Interpreten für neue Musik und sang neue Werke mit dem Klangforum Wien, RSO Wien, Ensemble Kontrapunkte und Neue Oper Wien unter Dennis Russell Davies, Johannes Kalitzke, Kent Nagano, Peter Keuschnig und Walter Kobera. Auf der Opernbühne hat er die Titelrollen in Olga Neuwirths The Outcast, Peter Androschs Zeichner im Schnee, Adriana Hölszkys Böse Geister (Uraufführung des Jahres 2014) Wolfgang Sausengs Das Staunen des Ezechiel, und  Rene Staars Prolog eines Namenlosen uraufgeführt. Er hat Rollen in Max Brands Maschinist Hopkins (Titelrolle) sowie in Bergs Lulu, Davies The Lighthouse, Beat Furrers Narcissus (Teatro La Fenice) Ligetis Le Grand Macabre, Messiaens St. Francois, Reimanns Lear, Schönbergs Von Heute auf Morgen, Heggies  Dead Man Walking (Theater an der Wien) und Glass’ Fall of the House of Usher gesungen. Am Nationaltheater Mannheim kreierte er die Rolle des Parfjon Ragoschin in der Uraufführung von Mieczyslaw Weinbergs Der Idiot, die von der Fachzeitschrift Opernwelt zur “Uraufführung des Jahres 2013” gekürt wurde.
Als Konzertsänger hat er schon im Wiener Musikverein (zuletzt als Simone in Zemlinskys Eine florentinische Tragödie), Konzerthaus Wien (Uraufführung von Rene Staars Prolog eines Namenlosen) und im Arnold Schönberg Center  Wien (mit dem Max Brand Ensemble). Er hat auch im Linzer Brucknerhaus, Grazer Stephaniensaal, New Yorks Lincoln Center, Kennedy Center in Washington, DC, Am Gasteig in München sowie in Hamburgs Musikhalle gesungen.
In der Operettenhaupstadt Bad Ischl konnte er einen besonders großen Erfolg als General Kantschukoff in Franz von Suppes Fatinitza verzeichnen. Seine Darstellung wurde auf CD aufgenommen und von Kritikern bejubelt. Auf der Operettenbühne hat er auch schon Falke in Die Fledermaus, Graf Homonay in Der Zigeunerbaron, E.W. Potterton in Dostals Clivia und Marco in Chadwicks wiederentdeckte Tabasco gesungen. Zuletzt war er in Bernsteins Candide an der Wiener Volksoper und in Der Bettelstudent auf der Seebühne in Mörbisch zu erleben.
Am New Yorker Broadway sammelte er bereits als Kind Musicalerfahrung. Er trat in Produktionen von Sound of Music und South Pacific auf und sang später in der West Side Story. In Europa debütierte er in Baden in der österreichischen Erstaufführung von Oklahoma! In Wien war er in Mass, Trouble in Tahiti, Wonderful Town und Candide von Leonard Bernstein sowie in Guys and Dolls mit Wayne Marshall und Kim Criswell und The Firebrand of Florence mit Thomas Hampson zu sehen.
Als Schüler und Partner von Lautenist Paul O'Dette wuchs sein Interesse an Alter Musik. Weitere Studien mit Jessica Cash, Nigel Rogers und an der Akademie für Alte Musik in Innsbruck führten zu Auftritten mit Nikolaus Harnoncourt, Howard Arman, Eduard Melkus, Erwin Ortner, Martin Haselböck und Jose Vasquez bei Festivals in Köln, Innsbruck, Graz, Salzburg und Wien. Neben seiner Konzertarbeit verkörperte er Bühnenrollen wie Apollo in Monteverdis L’Orfeo und Aeneas in Dido and Aeneas.
Er singt ein Soloprogramm mit dem Titel "New York Stories“ mit dem Kurt Prohaska Jazz Trio und war zuletzt in Robert Dornhelms aufwendiger Verfilmung des Lebens von Kronprinz Rudolf zu sehen.
Seine Arbeiten als Dramaturg und Autor kann man auf der Website www.musicexport.at lesen.
Auf CD erhältlich sind seine breitgefächerten Darstellungen als Max Brands Maschinist Hopkins, Ezechiel in Wolfgang Sausengs Das Staunen des Ezechiel, Ragozhyn in Weinbergs Der Idiot, General Kantschukoff in Suppes Fatinitza, Graf Bogumil in Millöckers Der Bettelstudent, Nancy van de Vates Hamlet und All Quiet on the Western Front sowie Lieder von Barber, Copland, Einem, Mozart und Pleyel. Weil seine Eltern aus Österreich vertrieben wurden, ein Herzensprojekt ist seine CD „Musik der Vertriebenen“ mit Lieder und Cabaret Songs von Exilkomponisten Schönberg, Schreker, Max Brand und den ersten Aufnahmen von Zemlinskys amerikanischen Lieder für Bariton. In letzter Zeit sang er Salvatore Sciarrinos Quaderno di Strada, Pizarro in Fidelio, Simone in Zemlinskys Eine florentinische Tragödie und Setschin in Liakakis Chodorkowski in Wien, Tansmans L’Usignolo di Boboli in Polen, Uraufführungen von Bernhard Lang und Rene Staar, sowie Mahlers Das Lied von der Erde in New York.
2016 sang er am Nationaltheater Mannheim in der Uraufführung von Berhard Langs Oper Der Golem, in der Wiederaufnahme von Weinbergs Der Idiot und der Graf in Schrekers Der ferne Klang sowie Bergs Lulu am Teatro Comunale Bolzano in der Regie von David Pountney, ausserdem in der Produktion Chodorkowski des sirene Operntheaters (Österreichischer Musiktheaterpreis 2017).

Steven Scheschareg