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B. Traven - Das Totenschiff

Man möchte manchmal bedauern, dass wir noch nicht aus Papiermaché gemacht sind; denn dann könnte man an dem Stempel sehen, ob man in der Fabrik USA oder in der Fabrik Frankreich oder in der Fabrik Spanien angefertigt worden ist, und den Konsuln wäre die Mühe erspart, ihre wertvolle Zeit mit so törichten Dingen zu vertrödeln. B. Traven

Der amerikanische Seemann Gale nimmt einen Vorschuss und verlässt in Antwerpen die Tuscaloosa, um einen Abend an Land zu verbringen. Er betrinkt sich und übernachtet bei einem Mädchen. Am Morgen hat sein Schiff den Hafen bereits nach New Orleans verlassen und mit ihm sind Gales Papiere fort. Nun erfährt er, dass ein Mensch ohne Papiere als „Staatenloser“ kein Existenzrecht hat. Man will ihn nicht anheuern lassen ohne Seekarte - und ihm die neue Seekarte, die er bräuchte, nicht ausstellen, da er nicht beweisen kann, wer er ist. Von der belgischen Polizei wird er heimlich nach Holland abgeschoben, um ihn und sein Problem loszuwerden. Er kommt bis nach Rotterdam. Er will auf einem Schiff zurück in die USA anheuern, doch wieder nimmt ihn niemand ohne Seekarte. Am amerikanischen Konsulat fühlt sich niemand für ihn zuständig. Er bettelt sich durch, bis er wieder verhaftet wird - die Holländer wollen ihn ebenso klandestin zurück nach Belgien abschieben. An der Grenze unentschieden, in welchem Land er gegen das Gesetz verstossen soll, spaziert er an der Grenzlinie entlang, bis er erst von belgischen Grenzpolizisten und kurz darauf von holländischen verwiesen wird. Diesmal hat er zwar in Rotterdam Glück, als blinder Passagier kommt er nach Boulogne - doch dort landet er im Gefängnis. Nach einiger Zeit im Arbeitslager entlässt man ihn und rät ihm, schleunigst das Land zu verlassen. In Paris macht er einen weiteren vergeblichen Versuch beim Konsulat. Im Zug Paris-Toulouse wird er ohne Fahrkarte ertappt, verhaftet und soll innerhalb von vierzehn Tagen Frankreich verlassen. Nun gibt er sich als Deutscher aus. Vor der deutschen Grenze gerät er in eine Militärzone, wird festgehalten und nach dem Kriegsgrenzgesetz zum Tode verurteilt. Doch der vermeintlich deutsche Spion wird vom eintreffenden Kommandanten als deutscher Kommunist enttarnt, begnadigt und nach Spanien gebracht. In Barcelona findet er endlich einen Skipper, der ihn ohne Papiere nimmt. Er heuert also auf der Yorrike an, einer Ruine von einem Schiff. Der Vertrag mit dem Skipper ist hart, der Lohn mies und die Bedingungen unmenschlich. Die meisten Männer an Bord sind wie er staatenlos. Er wird zum Ägypter erklärt und ab nun Pippip (Habibi) genannt. Er arbeitet als Heizer, eine Arbeit, die auf dem schadhaften Schiff lebensgefährlich ist wie in einer Hölle. Doch mit seinem Heizerkollegen Stanislaw schliesst er Freundschaft. Die Yorrike fährt in keinen Hafen ein, sondern löscht ihre Ladung auf See, daher gibt es für Gale über Monate keine Möglichkeit, von Bord zu gehen, er ist auf dem Totenschiff gefangen. Er entdeckt, dass Waffen als Schmuggelware geladen sind. Erst nach einem schweren Unfall im Kessel ergibt sich für Stanislaw und ihn eine Gelegenheit, die Yorrike zu verlassen und an Land zu gehen. Sie heuern auf der Empress of Madagaskar an. Erfahrene Seeleute warnen ihn – „die Empreß fährt Seemanns-Engelchen“ - doch er will davon nichts hören. Sie ist ein junges blitzblankes Schiff, die Heuer ist gut und alles scheint vielversprechend. Als er schliesslich begreift, dass das Schiff ein Versicherungsfall ist, das seinen Zweck für die Compagnie am besten erfüllt, indem es kentert, ist es für ihn bereits zu spät. Die Empress fährt an einem Riff auf und kentert unter den Brechern. Er und Stanislaw sind die einzigen, die sich eine Weile auf dem geborstenen Schiff retten können, bis Stanislaw den Verstand verliert und sich ins Wasser stürzt. Gale sieht, wie sein Freund untergeht, von den Qualen der Welt erlöst. Gales Schicksal bleibt offen.

Er hatte angemustert für die grosse Fahrt, für die ganz grosse Fahrt. Aber wie konnte er nur mustern? Er hatte doch kein Seefahrtsbuch. B. Traven