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Die Presse, 27. September 2000, wawe

Theater ohne einende Seele. "Der automatische Teufel" als "musikalisches Dilemma im Wiener "dietheater Künstlerhaus".

Ein ziemlich kleines Stück Musiktheater über die verdammt großen Dichotomien des Daseins.Sie können nicht zusammenkommen, die beiden Gäste des seltsamen Hotels: der Körper, kraftstrotzend, kreatürlich und gewalttätig, will den intellektuellen Kopf in mehrerlei Hinsicht "abschleppen". Dieser versucht vergeblich, dem tumben Körper das Sprechen beizubringen. Alle Bemühungen enden mit Wunden, Trauer und Enttäuschung. Da fordert der Wirt ein "lieto fine": Das tüchtige Stubenmädchen versucht, die Teile mechanische zusammenzusetzen - vergeblich. Dem Konstrukt fehlt die einende Seele.Zwischen Allegorik und dem Absurden vermittelnd, versuchte Dora Lux, das ewige Dilemma in ein bewußt einfaches Libretto zu gießen. Albernheit und Banalität kann der Text stellenweise aber ebensowenig verleugnen wie die kaum griffige Musik, komponiert von Jury Everhartz und Daniel Pabst: Die beiden wollten die Plakativität der Handlung wohl nicht verdoppeln, drifteten durch zugegeben sublimere Verarbeitung von Zutaten wie Hindemith, Jazz und Klangfarbenmelodik jedoch manchmal in Beliebigkeit ab...... Kristine Tornquists Regie bröckelte in den Sprechszenen von Vater, Wirt und Sohn bedenklich, konnte sich aber auf Julia Höfler (Stubenmädchen) und besonders die beiden musikalisch sattelfesten Sänger verlassen: Gerlinde Illich als koloraturgewandter Kopf und Bernd Fröhlich (Tenor) als hopsender, brabbelnder Körper. Das recht junge Uraufführungspublikum jubelte.

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