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wienweb, 27.03.2007, Gerhild Salcher

Report: Für sieben Quickies in die Oper

Zum zweiten Mal haben sich sieben österreichische Autoren-Komponisten-Teams einer gemeinsamen Aufgabe gestellt. Das Ergebnis, die "Operellen", zeigt das Wiener Jugendstiltheater ab 24. März. "Ein bisschen wie ein Song Contest", sagt die Initiatorin.
Was versteht man unter einer Operelle? "Operette, falsch geschrieben"; "Irgend etwas Naturwissenschaftliches". Solche Antworten ergeben spontane Umfragen. Also bei Wikipedia nachschauen: "Als Operellen werden Kurz-Opern mit 15 Minuten Aufführungsdauer bezeichnet, die das Wiener sirene Operntheater seit 2004 alle drei Jahre bei Autoren und Komponisten in Auftrag gibt".
Von ihr stamme der Eintrag nicht, schmunzelt sirene Operntheater-Gründerin und Operellen-Regisseurin Kristine Tornquist. Das Projekt sei nicht als Serie angelegt. Trotzdem geht dieses Wochenende unter dem Titel "Abkürzungen und Beschleunigungen" die zweite Folge der Operellen über die Bühne. Wegen des Erfolges beim ersten Mal und auf Wunsch vieler Künstler, selbst mitzumachen.
Wie bei der Jungfernfahrt der Operellen 2004 mussten sich die Teilnehmer an genaue Vorgaben halten. Als Figuren standen dem Librettisten Mann im Mond, Astronaut/Astronautin, Koch/Köchin, Briefträger/Briefträgerin und Galileo Galilei zur Verfügung. Dargestellt von vier Sängern und einem Schauspieler. Der Komponist wiederum schrieb für ein fixes Ensemble aus Violine, Violoncello, Kontrabass, Flöte, Horn, Fagott, Harfe, Posaune und Schlagwerk. Das Zeitlimit: 15 Minuten.
Gelöst haben die Teams die Aufgabe ganz verschieden. Antonio Fian etwa habe eine komplexe Geschichte mit zwei Enden geschrieben. Daraus sei "eine kurze, aber große Oper geworden", erzählt Tornquist. Andere entschieden sich für die kleine Form. Sieben Stücke in einen zusammenhängenden Abend zu verwandeln, war für die Regisseurin eine Herausforderung. "Es war besonders schwierig, weil die Stücke so verschieden in ihrer Stimmung waren", meint Tornquist.
Auch den Sängern des Tiroler Landestheaters, das die Operellen in Kooperation mit Jugendstiltheater und sirene Operntheater produziert, wird einiges an Flexibilität abverlangt. Die Proben seien sehr anstrengend gewesen, betont Romana Lautner, Schauspieldramaturgin am Tiroler Landestheater. Die Gesangspartien stellen im 15-Minuten-Takt ganz unterschiedliche Anforderungen.
Im Gegensatz zu Wien hat Innsbruck die ersten drei Spieltage der Operellen bereits hinter sich. Das Publikum reagierte positiv. Aus einem solchen Abend könne sich jeder etwas herauspicken, begründet Lautner den Erfolg. Es sei auch eine gute Möglichkeit, Neulinge an moderne Kompositionen heranzuführen. Neue Musik, in kleinen Häppchen serviert, macht Appetit auf große Oper.
2004 kochten unter anderem Hermes Phettberg, Friederike Mayröcker und Kurt Schwertsik bei den Opern-Snacks mit. Daniel Glattauer, Barbara Frischmuth und Johanna Doderer stellten sich dieses Jahr an die Töpfe. Komponist Jury Everhartz macht zum zweiten Mal mit. Besonders freut er sich über das Interesse für die Arbeit der anderen, das unter den Künstlern entsteht.
Die Hauptüberlegung sei übrigens nicht, wie man aus dem Libretto eine Oper mache, sagt er. Sondern die Kürze des Stücks. Ob man eine einzige Idee verfolgt oder viele Ideen hineinpackt. Sieben Antworten darauf gibt's ab Samstag im Jugendstiltheater am Steinhof. Bestimmt nicht der letzte Auftritt der Operetten mit Doppel-l.

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