Liebes Publikum...

Publikum, jetzt gehörst du mir. Mir allein. Und ich gehöre dir. Dir ganz allein. Oh, das haben wir fein gemacht. Und wir werden alles machen. Alles. Ich hab dich ganz genau verstanden. Und auch du hast mich ganz genau verstanden. Wir werden uns nichts vortrillern. Wir werden sap bleiben. Wir werden uns nichts vormachen. Wir werden alles machen. Hart und klar machen, ja, machen, machen... machen, macheln, maffeln, maffeln, maffeln, maffeln....
Walter Serner, Die Tigerin

Liebes Publikum, ich liebe Sie. Gestern wollte ich es Ihnen sogar sagen, aber Sie sagten, ich hätte immer so einen Ausschlag auf der Stirn, da war es mir peinlich.
Daniil Charms, Brief an Tamara Aleksandrowa

Süsses Publikum, warum bleibst du so fern,
komm näher, noch näher, genug, nicht weiter, dort bleib.
Ach, für dich gibt es keine Grenzen.
Wie soll ich zur Herrschaft über dich kommen, wenn du keine Grenzen anerkennst.
Es wird schwere Arbeit sein.
Ich beginne damit, dass ich dich bitte, dich zusammenzuringeln.
Zusammenringeln, sagte ich und du streckst dich.
Verstehst du mich denn nicht? Du verstehst mich nicht. Du verstehst mich nicht.
Ich rede doch sehr verständlich: Zusammenringeln.
Nein, du fasst es nicht.
Ich zeige dir also hier mit dem Stab. Zuerst musst du einen grossen Kreis beschreiben, dann im Innern eng an ihn anschliessend einen zweiten und so fort.
Hältst du dann das Köpfchen hoch, so senk es langsam nach der Melodie der Flöte, die ich später blasen werde,
und verstumme ich, so sei auch du still geworden mit dem Kopf im innersten Kreis.
frei nach Franz Kafka, Der Schlangenbeschwörer