Transplantation

Unter Transplantation versteht man die Übertragung von Zellen, Organen und Geweben auf ein anderes Individuum oder eine andere Körperstelle zu Heil- oder Forschungszwecken. Die erste Transplantation fand 1883 statt, als man eine Schilddrüse verpflanzte. In den folgenden Jahren nahm die Anerkennung der Organtransplantation weiter zu, bis die Forschung in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges stagnierte. Nach ihrer Wiederaufnahme erfolgte 1967 die erste als erfolgreich angesehene Herztransplantation. Im Jahr 2015 fanden in Österreich 787 Organtransplantationen statt. Mit Ende des Jahres warteten noch 829 Menschen auf ein passendes Organ.
Die häufigsten Arten der Transplantation stellen die Autotransplantation, bei der der Patient sein eigener Spender ist, und die Allotransplantation dar, einer Transplantation von Mensch zu Mensch. Dabei kann wiederum zwischen einer Lebendspende und der Organspende eines Verstorbenen unterschieden werden.
Die Organspende widerspricht dem medizinischen Grundsatz, wonach operative Eingriffe nur dann durchzuführen sind, wenn sie dem Wohl des Patienten dienen.
Die Transplantation wird in Österreich seit Dezember 2012 durch das eigenständige Bundesgesetz über die Transplantation von menschlichen Organen reguliert und verbietet ausdrücklich Organspenden gegen Entgelt.
Abgesehen von der Möglichkeit einer Organspende durch ein Familienmitglied oder einer nahestehenden Person, geschieht die Verteilung der Spenderorgane durch die europäische Vermittlungsstelle „Eurotransplant“, die sich zum Ziel gesetzt hat die Verfügbarkeit von Organspenden zu optimieren.
Der Erfolg einer Transplantation wird durch zahlreiche Faktoren bedroht: der Abstoßung des Transplantats, Infektionen durch Unterdrückung der Immunabwehr, entstandene Schäden durch die Konservierung des Organs nach der Entnahme oder Komplikationen als Folge der Operation.
Die Chancen einer erfolgreichen Transplantation erhöhen sich je ähnlicher die Gewebseigenschaften von Spender und Empfänger sind. Dennoch bleibt dem Empfänger einer Organspende eine lebenslängliche Behandlung mit immununterdrückenden Medikamenten nicht erspart.

Katharina Hollerwöger