Der Komponist und der Autor

Jean Barraqué wurde am 17. Januar 1928 in Puteaux bei Paris geboren. Er starb am 17. August 1973 in Paris. Er lernte Gesang und Klavier an der Maîtrise de Notre-Dame, wo er Schuberts Achte Sinfonie kennenlernte, die "Unvollendete". Diese Begegnung prägte ihn als Komponist für sein ganzes Leben. Er war Schüler von Jean Langlais (Harmonie und Kontrapunkt) und von 1948 bis 1951 von Olivier Messiaen. Seine Arbeiten gelten als hermetisch und schwer zugänglich. Barraqué schreibt seriell, entwickelt die Technik der "séries proliférantes" - ein "Traummechanismus, in dem Intervalle ineinandergreifen und wieder zerfallen, was eine Musik erzeugt, die sich selbst erfindet und im selben Augenblick wieder zerstört". Ebenso interessieren ihn die Möglichkeiten der musique concrète. Von 1951 bis 1954 arbeitete er mit der Musikforschungsgruppe im RTF-Studio für elektronische Musik zusammen, das von Pierre Schaeffer gegründet wurde. 1952 traf er den Philosophen Michel Foucault, mit dem Barraqué eine Liebesbeziehung eingeht. Barraqué beendet sie 1956. 1955 weist Foucault ihn auf den Roman "Der Tod des Vergil" von Hermann Broch hin. Es geht um Vergils letzte Reise, kurz vor seinem Tod. Alle Kompositionen Barraqués kreisen von diesem Moment an um dieses Buch. Leider gibt es nur Fragmente, viele werden vom Komponisten auch selbst wieder zerstört. Barraqué stirbt im frühen Alter von 45 Jahren.

Jean Thibaudeau wurde am 7. März 1935 in La Roche-sur-Yon (Vendée) geboren und starb am 18. Dezember 2013 in Paris. Er war Romanautor, Essayist, Dramatiker und Übersetzer von Italo Calvino, Julio Cortázar und Edoardo Sanguineti; er arbeitete außerdem seit 1960 als Redakteur für die angesehene Zeitschrift Tel Quel. Er galt als Spezialist für die Arbeiten von Francis Ponge. Mit seinen Romanen befand er sich in der Nähe des Nouveau Roman. Bekannt wurde vor allem sein "Théâtre radiophonique" von 1961.

Laurent Feneyrou über Jean Barraqué