pr_krokodil_kroko1_gr.jpg pr_krokodil_geldregen_gr.jpg pr_krokodil_kampf_gr.jpg pr_krokodil_deridiot_gr.jpg pr_krokodil_raumsicht_gr.jpg pr_krokodil_freundinnen_gr.jpg pr_krokodil_schluss3_gr.jpg pr_krokodil_geldregen2_gr.jpg pr_krokodil_schluss2_gr.jpg pr_krokodil_geldmaschine_gr.jpg pr_krokodil_tafel1_gr.jpg pr_krokodil_flirt_gr.jpg pr_krokodil_affen1_gr.jpg pr_krokodil_dasalso_gr.jpg pr_krokodil_streichklaviere_gr.jpg pr_krokodil_jeff_gr.jpg pr_krokodil_foyer_gr.jpg pr_krokodil_50kopekenentree_gr.jpg pr_krokodil_imkrokodil_gr.jpg pr_krokodil_kroko2_gr.jpg pr_krokodil_industrie_gr.jpg pr_krokodil_wuerstel_gr.jpg pr_krokodil_sekt_gr.jpg pr_krokodil_fans_gr.jpg pr_krokodil_rossinifinale_gr.jpg pr_krokodil_timofejsemjon_gr.jpg pr_krokodil_komponist_gr.jpg pr_krokodil_rotenaeherinnen_gr.jpg pr_krokodil_reihe_gr.jpg pr_krokodil_zeitungen_gr.jpg

Das Krokodil - ein Erzählfragment von Fjodor M. Dostojewskii

Das Krokodil verschlingt Iwan Matwejewitsch in der Schaubude, in der es gezeigt wird, mit einem Bissen. Er hatte es mit seinem Spazierstock ein wenig gereizt, um seine Frau Jelena zu beeindrucken. Als die entsetzten Zuschauer des Geschehens die Stimme des unverletzten Iwan aus dem Krokodil heraus vernehmen, legt sich die erste Aufregung. Es beginnt ein absurdes Spiel um vernünftelnde Unvernunft und verschiedene Eigeninteressen, die sich hinter dem sogenannten ökonomischen Prinzip verbergen.
Der Krokodilbesitzer, ein radebrechender Deutscher, weigert sich, sein Kapital, das Krokodil, zu opfern. Er freut sich über das heranströmende Publikum, das nun viel mehr zu zahlen bereit ist. Das ökonomische Prinzip ginge über alles, hört man auch Iwan Matwejewitsch aus dem Bauch des Krokodils. Er hofft, aus der warmen Höhle heraus seine kruden Gesellschaftsideen besser vertreiben zu können und berühmt zu werden. Seine Frau Jelena Iwanowna findet nach dem ersten Schreck ihren neuen Status als eine Art Witwe befreiend interessant. Iwan Matwejewitschs Vorgesetzter Timofej Semjonowitsch, der helfen soll, hält Verschlungenwerden für unanständig und rät - aus Gründen des ökonomischen Prinzips - die ganze Sache als Privatangelegenheit zu behandeln und diskret abzuwarten. Nur Semjon Semjonowitsch, der väterliche Freund, kann nicht begreifen, warum sich alle sofort und gerne in das Schicksal fügen, doch alle seine Versuche, den absurden Zustand zu beenden, scheitern an der Gleichgültigkeit und Verblendung der Betroffenen.
Als jedoch Semjon Semjonowitsch Iwan Matwejewitsch die ersten Zeitungsberichte vorliest, in denen der seinen aufsteigenden Ruhm erwartet, ist die Enttäuschung groß. Denn die Wahrheit ist darin völlig entstellt. Es heißt darin etwa, ein Betrunkener hätte unzivilisierterweise das europäische Krokodil aufgefressen und die russische Gesellschaft sei der europäischen Zivilisiertheit noch nicht gewachsen. Vor Zorn über das Unverständnis seinen modernistischen Ideen gegenüber tobt Iwan Matwejewitsch so wüst im Bauch des Krokodils herum, daß das gequälte Tier ihn wieder herauswürgt.
Er schält sich als Krokodil aus dem Krokodil. Um seine Erkenntnisse an die Welt weiterzugeben, möchte er sie ins Krokodil zerren, im Krokodil verspricht er, liegt die optimale Welt...

Semjon Semjonowitsch
Was soll aber aus Iwan Matwejewitsch werden?

Timofej Semjonowitsch
Darauf will ich doch hinaus. Nun bedenken Sie: Kaum daß sich das Kapital des Krokodilführers durch Iwan Matwejewitsch verdoppelt hat, sollen wir dem Grundkapital selbst den Bauch aufschneiden? Hat das Sinn?
Iwan Matwejewitsch müßte stolz sein, daß er den Wert eines ausländischen Krokodils verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht hat.