Presse: Genia oder das Lächeln der Maschine

Ö1, Intermezzo, 22.03.2020, Sebastian Fleischer: Beethoven und die Komponiermaschine
Die letzte öffentliche Aufführung, die vor der Coronakrise noch an der Wiener Kammeroper stattgefunden hat, war die öffentliche Generalprobe und zugleich Vorpremiere der neuen Oper "Genia oder Das Lächeln der Maschine", eines Auftragswerks des Theaters an der Wien zum Beethoven-Jahr. Die Aufführung konnte noch in Bild und Ton aufgezeichnet werden, eine spätere Ausstrahlung ist also möglich. Für den Komponisten Tscho Theissing handelt es sich um das erste abendfüllende Werk - unter Verwendung von Beethovens Musik erzählt er vom Wettstreit dieses genialen Künstlerindividuums schlechthin mit den technikgläubigen Brüdern Mälzel: Wer produziert die bessere Kunst - Mensch oder Maschine? Das Libretto hat Kristine Tornquist geschrieben. Tscho Theissing, vielfältig eingesetzter Geiger, Arrangeur und Komponist in den unterschiedlichsten Ensembles, musikalischer Wegbegleiter von Künstlern wie Michael Heltau oder Elisabeth Kulman, ist den Umgang mit Fremdmaterial gewohnt: An der Wiener Kammeroper hat er bereits Bearbeitungen von Bizets "Carmen" und Donizettis "Don Pasquale" vorgelegt.

Kurier, 12.03.2020, Peter Jarolin: Wenn eine Uraufführung auf ihre Uraufführung warten muss
Alles war so schön und gut geplant. Zu einem Beethovenfest (250. Geburtstag des Komponisten) hatte Intendant Roland Geyer im Theater an der Wien und in der Kammeroper aufgerufen. Mit der erfolgreichen Uraufführung von Christian Josts "Egmont" wurde der Anfang gemacht. Dann aber kam der künstlerische Super-GAU in Form des Corona-Virus. (...)

Der Standard, 11.03.2020, Stefan Weiss: Oper als "Geisterspiel"
Viele dürften nach akut erfolgten Absagen zwar mittelfristig einen abgespeckten Betrieb aufrechterhalten, aber Beschränkungen bei Sitzplätzen und Einlässen einführen. Die Maßnahme trieb auch erste skurrile Blüten, so fand eine Beethoven-Premiere der Wiener Kammeroper als "Geisterspiel" ohne Publikum statt, wurde aber für eine spätere Zugänglichmachung auf Video festgehalten.

Ö1 Morgenjournal, 10.03.2020 mit Sebastian Fleischer
Das Theater an der Wien, zu dem Ludwig van Beethoven eine besonders enge Beziehung hatte, richtet heuer zum 250. Geburtstag ein „Beethoven-Fest“ aus. In knapp einer Woche feiert „Fidelio“ unter der Regie von Christoph Waltz Premiere. Und an der Wiener Kammeroper ist heute Abend eine Uraufführung zu erleben: „Genia, oder: Das Lächeln der Maschine“ heißt die Oper des österreichischen Komponisten Tscho Theissing und der österreichischen Librettistin Kristine Tornquist - darin bekommt es Beethoven mit einer wundersamen Komponiermaschine zu tun.

Die Bühne 03-2020: Daniel Ender im Gespräch mit Tscho Theissing und Kristine Tornquist
Beethoven probt eine seiner Sinfonien - und ist erbost über das Unverständnis der Musiker, vor allem in Tempofragen. Während der Sekretär des Komponisten, Anton Schindler, jeden Gedanken seines Meisters für die Nachwelt dokumentiert, erscheinen die Erfinder Johann und Leonhard Mälzel gemeinsam mit ihrer neuesten Maschine sowie mit ihrer Assistentin Elise. Beethoven ist sowohl vom Metronom, das er gerade kennengelernt hat, als auch von der jungen Frau betört. Elise wiederum ist vom kauzigen Genie fasziniert... So nimmt die Handlung in Genia oder das Lächeln der Maschine ihren Lauf. Zur Uraufführung des Auftragswerks am 5. März haben die Librettistin Kristine Tornquist und der Komponist Tscho Theissing mit Daniel Ender über ihre Beziehung zu Beethoven und über ihr literarisch-musikalisches Verwirrspiel gesprochen (Rohfassung).

Heute, 10.03.2020, Fabian J. Holzer: Beethoven entdeckt die Lust an der Liebe
Ludwig van Beethoven al stockernstes und fast stocktaubes Genie - so wird der Komponist meist dargestellt. Aber es geht auch anders: Die Wiener Kammeroper zeigt ab heute in "Genia" Beethoven als Lover.
Kann Beethoven taktlos sein? Er kann, zumindest in der neuen Oper von Tscho Theissing und Kristine Tornquist. Denn während der Proben zu seiner neuen Sinfonie bemerkt der junge Ludwig van, dass seine Vorstellung von dem, was "Allegro" oder "Prestissimo" sein sollte, sich nicht mit der Auffassung seines Orchesters deckt. Nur den Musikern die Schuld zu geben, ist zwar möglich, löst aber das Tempoproblem nicht. Das tun die Erfinder Johann und Leonhard Mälzel, die dem Komponisten ein Stück neuester Technik präsentieren: die unbestechliche Taktmaschine "Metronom". Beethoven findet aber nicht nur die Maschine toll, sondern auch die Assistentin der Mälzels, eine gewisse Elise. Gemeinsam starten die beiden dann auch noch ein weiteres musikalisches Projekt, das die Geschichte für immer verändern soll... In der zweiaktigen Oper verschmelzen Dichtung und Wahrheit, Kunst und Wissenschaft. Theissing lässt Anklänge und Versatzstücke von Beethoven zu, erschafft aber gleichzeitig auch etwas komplett Neues. Für die Premiere heute gibt es Restkarten.

APA/OTS, 06.03.2020, Genia: Oper von Tscho Theissing und Kristine Tornquist
Der Komponist Tscho Theissing und die Librettistin Kristine Tornquist haben sich intensiv mit Beethovens großen Lebensthemen wie Kunst, Freiheit und Zukunft auseinandergesetzt, sich aber auch eingehend mit der historischen Figur Beethoven und den mit ihm verbundenen Klischees und Anekdoten beschäftigt. Auf Basis dieser Studien der Historie werden Dichtung und Wahrheit vermischt. Herausgekommen ist dabei mit Genia eine fiktive, fantastische Episode aus Beethovens Leben. Natürlich gibt es darin auch Anklänge an Beethovens Schöpfungen. Versatzstücke von dessen Kompositionen, bekannte wie unbekannte Themen scheinen auf, allerdings weniger als Zitate, denn als Assoziationen oder Gedankenbilder, die weiterentwickelt werden. Entstanden ist dabei ein außergewöhnliches Werk mit einer ganz eigenen musikalischen Sprache, die sich von Beethovens Musik und seiner vielschichtigen Persönlichkeit inspirieren lässt, aber in Instrumentation und Stilistik neue, überraschende und spannende Wege geht.

Salzburger Nachrichten, 05.03.2020, Tiroler Tageszeitung, 05.03.2020
Genia: Kammeroper-Uraufführung muss verschoben werden

Eigentlich hätte am Donnerstag (5. März) in der Wiener Kammeroper Tscho Theissings „Genia oder Das Lächeln der Maschine“ als Beethoven-Hommage Uraufführung feiern sollen. Aufgrund einer Erkrankung von Regisseurin Kateryna Sokolova muss die Premiere nun aber auf kommenden Dienstag (10. März) verschoben werden, teilte das Theater an der Wien mit. Da die junge Regisseurin (Jahrgang 1988) die entscheidenden Schlussproben nicht habe leiten können, sei man zu diesem Schritt gezwungen gewesen. Nun soll Christoph Zauner das Junge Ensemble des Hauses durch die Endproben führen. Theissing und seine Librettistin Kristine Tornquist setzen sich in ihrer Oper mit Beethovens Lebensthemen Freiheit und Zukunft, aber auch der historischen Figur des Tonsetzers selbst auseinander.

Kronenzeitung, 01.03.2020: Tscho Theissing lässt Maschinen lächeln
Nach Josts Oper „Egmont“lädt Intendant Roland Geyer erneut zu einer Uraufführung eines Auftragswerks: Zu Beethovens „250er“komponierte Tscho Theissing „Genia oder Das Lächeln der Maschine“; Libretto: Kristine Tornquist. Eine Oper um Beethoven und die Freiheitsidee. Am Pult des Wiener Kammerorchesters: George Jackson, Regie: Katerina Sokolova. Mit Kristjan Jóhannesson & Jenna Siladie. Kammeroper-Premiere: 5. März.

Kleine Zeitung, 01.02.2020, TSC/Traussnig
Der Salzburger Tscho Theissing nimmt mit "Genia oder das Lächeln der Maschine" Bezug zum Jahresregenten Beethoven. Für das Werk zu Kunst und Technik, das am 5. März in der Kammeroper des Theaters an der Wien Premiere feiert, schrieb Kristine Tornquist den Text. Die Grazerin, Mitbegründerin der Gruppe "sirene Operntheater", Regisseurin und Autorin von bereits 42 vertonten Libretti, verspricht "eine Buffo-Oper, die lustig ist, aber tragisch endet."

Salzburger Nachrichten, 29.01.2020, Tiroler Tageszeitung, 29.01.2020
Zwei Beethoven-Uraufführungen
Zuvor kommen aber zwei zeitgenössische Opern zur Uraufführung. "Unser Ansatz war: Beethoven, der Neuerer, einer, der immer versucht, neue Wege zu gehen", so Roland Geyer. "Daher war für mich klar: Es soll zwei neue Opern aus dem Gedankengut Beethovens geben." (...)
In der Kammeroper kommt eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem großen Komponisten heraus: In "Genia oder Das Lächeln der Maschine" (Premiere: 5. März) von Komponist Tscho Theissing und Librettistin Kristine Tornquist findet sich deutlich mehr Beethoven als in "Egmont". "Die Anforderungen waren hier anders", sagte Geyer. "Wir wollten zwar nicht gerade Beethoven selbst auf der Bühne haben - obwohl genau das nun der Fall ist -, aber eine Oper zu Beethoven, die viele der über ihn im Umlauf befindlichen Mythen, Legenden und Gschicht'ln nimmt und in einen Fleischwolf wirft." Herausgekommen ist eine Oper, die Kunst und Technik miteinander in Wettstreit treten lässt. "Bis auf eine habe ich ausschließlich historische Figuren verwendet und versucht, ihnen gerecht zu werden", schilderte die Grazerin Tornquist, Mitbegründerin der Gruppe "sirene Operntheater" und Autorin von bereits 42 vertonten Libretti.
Das "Künstler-Genie Beethoven, das an die Verbesserung der Welt durch Kunst glaubt", setzt sie in Gegensatz zu Johann Nepomuk Mälzel, den Erfinder des Metronoms, der in der Technik den entscheidenden Motor des Fortschritts sieht. Im zunehmend fiktionalen zweiten Teil wird noch allerhand weiteres erfunden - sogar der Computer. Doch der wissensdurstige Beethoven überfordert die Maschine und sorgt damit für einen Kurzschluss, der nachhaltige Folgen nicht nur für die Technik-, sondern auch für die Musikgeschichte hat. Nicht nur auf der Bühne, auch in der Musik sei Beethoven in "Genia" präsent, versprach Tornquist. "Es ist eine Buffo-Oper. Sie ist lustig, endet aber tragisch. Es wird sehr unterhaltsam." Die titelgebende Genia, gesungen von Koloratursopranistin Ilona Revolskaya, ist übrigens eine Vorläuferin von Siri und Alexa und bekommt eine große Arie in Maschinensprache. (APA)

Wiener Zeitung, Christoph Irrgeher, 29.01.2020: Bis die Drähte rauchen
Heiterer geht’s in "Genia" (Text: Kristine Tornquist) zu: Hier zanken Beethoven und Metronom-Erfinder Johann Nepomuk Mälzel über die Frage, wer die Menschheit in die glorreichere Zukunft führt - die Kunst oder die Technik. Eine bedeutende Rolle spielt dabei eine gewisse Elise. In die verliebt sich Beethoven bald unsterblich, nicht zuletzt, weil sie einen Musikautomaten erfindet. Der ist so hübsch wie Offenbachs Olympia-Roboter und so hellsichtig, dass er in die Zukunft der Tonkunst schauen kann - woraufhin Beethoven die Drähte nur so rauchen lässt. Wohin das führt? Ab 5. März in der Kammeroper zur Musik von Tscho Theissing zu sehen.

Der Standard, Ljubisa Tosic, 07.01.2020: Schnee von morgen
Es ist letztlich für Geyer Schnee von morgen. Das Beethoven-Jahr bindet seine Aufmerksamkeit weitaus stärker. "Vor allem gilt es, mit dem Bild des mürrischen, schwerhörigen Genies aufzuräumen und auch andere Perspektiven zu eröffnen. Zum Beispiel Beethovens Leidenschaft für Technik und Innovation: Er war sehr aufgeschlossen, modern und in die Zukunft blickend."
Zum aufgefrischten Bild sollen auch zwei Uraufführungen beitragen: Egmont von Christian Jost wird im Theater an der Wien aus der Taufe gehoben, Genia von Tscho Theissing in der Wiener Kammeroper: "Wir versuchen neue Klänge und Bilder in den Köpfen unseres Publikums über Beethoven entstehen zu lassen. Egmont wurde abseits von Beethovens Schauspielmusik noch nie vertont – und es ist ein Stück über Macht, Freiheit und Utopie. Genia zeigt Beethoven wiederum zwischen Muse und Metronom."

Kurier, 05.04.2019: Beethoven singt
Eine weitere Uraufführung gibt es auch in der Kammeroper. So hat Tscho Theissing (Text: Kristine Tornquist) mit „Genia“ eine Oper komponiert, in der Ludwig van Beethoven passend zum großen Beethoven-Jahr 2020 selbst zur Bühnenfigur wird. (...) „Wir wollen mit diesem Programm dem Gesamtkunstwerk so nahe wie möglich kommen, so Geyer, der sich über „nie dagewesene Auslastungsrekorde“ freuen darf.