Neue Zürcher Zeitung, 04. Juli 1998, Beat Amman

Gegen Teufel und Barbaren


In der Universitätskirche im Zentrum Wiens zeigten die Jesuiten Österreich vor kurzem, welche Antworten sie einst dem Publikum ihres im Barock verankerten Theaters gaben. Gespielt wurde "Hierlanda", die Geschichte einer Fürstin, einer durch Falschheit zu Feuer verdammten Unschuld, von Johannes Udalcrius Federspill (1739 - 1794), nach einem alten Stoff aus der Bretagne. Für heutiges Empfinden ist die Botschaft zwar ungeniessbar, doch die Macht simpler Bilder wirkt, und nicht nur dann, wenn vier Teufel mit gereckten Phalli, von tiefrotem Licht umwogt, auf der Empore zu Pauken und Getöse tanzen und sich ranken, als begatteten sie das Kirchenschiff.

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