Was passiert

1. Akt
In einer Märchenmonarchie irgendwo in Europa. Der König hat sich auf seinem Thron gegen alle Fragen und Probleme verschanzt und lässt sich von seinem Lakai bedienen. Die Königin schickt ihr Stubenfräulein um heissen Kaffee und beobachtet gelangweilt, wie er kalt wird. Und miteinander haben die beiden ohnehin längst nichts mehr zu tun. Sie erwarten nun, dass ihr Sohn es ebenso macht. Doch da macht die auserwählte Prinzessin ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Füchsin, wie sie genannt wird, will nicht, wie es üblich ist, die Abenteuer ihres Prinzen abwarten, heiraten und Königin werden, sondern sie will selbst ihr Leben in die Hand nehmen und Abenteuer erleben - sie trampt auf einem Motorrad durch Amerika. Gegen ihren Willen folgt ihr der Prinz mit einem Miet-Helden durch den Wilden Westen. Im entscheidenden Moment schickt der Prinz aber seinen Helden vor und verpatzt damit alles - die Füchsin und der Helden kommen sich näher als dem Prinz lieb sein kann. Doch der Held verlässt die Füchsin, sobald das Honorar, das er vom Prinz erhalten hat, abgearbeitet ist. Die königliche Hochzeit platzt. Die Füchsin zieht mit ihrem Nachwuchs enttäuscht in den Hohen Norden, der Prinz in den Fernen Osten, der Held in die Weite Ferne und lassen König und Königin ratlos in ihrer desaströsen Monachie in der Mitte zurück. Pause nach 90 Minuten.

2. Akt
Viele Jahre - die im Märchen jedoch bekanntlich ganz schnell gehen können - später. Der Sohn der Füchsin, Moritz, der allein mit der Mutter im Hohen Norden aufgewachsen ist, hat Sehnsucht nach Familie und vor allem nach einem Vater. Um ihn zu suchen, reist er zu seinen Grosseltern in die Mitte Europas. Mit seiner Ankunft wacht das schlafende Königreich auf. Moritz erfährt, dass er nicht einen, sondern zwei Väter hat, und bittet beide telefonisch zu sich. Mit dem König rivalisiert er um die besten Abenteuer und verrät der Königin ehrlich aber undiplomatisch eine Bemerkung des Königs, worauf sie sich zum Rosenkrieg rüstet. Als erster trifft der Held ein, stürzt mit Hilfe des Lakaien den alten König vom Thron und mutiert dort schnell zum Pantoffelhelden. Auch die Füchsin reist ihrem Sohn nach und verliebt sich endlich in den zuletzt eintreffenden Prinzen, der im Fernen Osten zu einem Charakter gereift ist. Dass die Muttermale am Rücken der Königin verblasst sind, ruft eine Staatskrise hervor, die erst gelöst wird, als der König weinen lernt und der Held gestürzt wird. Der Thron bleibt leer, denn König, Lakai und Fräulein finden am Diwan der Königin zum Bridgespiel zusammen. Prinz und Füchsin planen die Reise ihrer Liebe, während ihr Sohn Moritz nun endlich Zeit hat, sich um die Verbesserung der Welt zu kümmern. Vorstellungsende etwa 22.30 Uhr.