Dolomiten, 12. Mai 1998

Laaser "Hirlanda" wird in Wien gespielt

Nach Abschluss der langjährigen Restaurierungsarbeiten wird am 14. Mai 1998 im Rahmen eines feierlichen Festaktes die Wiener Universitätskirche wiedereröffnet. Zu diesem Anlass wird die Laaser "Hirlanda" gespielt. Auch eine Delegation der Volksbühne Laas wird nach Wien fahren.
Das zugrunde liegende Original-Manuskript aus dem Jahr 1791 ist Eigentum der Volksbühne Laas. Der Kulturpublizist Toni Bernhart beschäftigt sich seit Jahren mit dem Mysterienspiel "Hirlanda" und hat es an die Öffentlichkeit befördert. Für die Inszenierung in Wien zeichnet die Grazer Regisseurin Kristine Tornquist verantwortlich. Der Berliner Komponist Jury Everhartz hat dafür eigene Kompositionen geschaffen. Für die Hauptrollen konnten Ute Springer und Lutz Blochberger, Schauspieler am Wiener Burgtheater, verpflichtet werden. Projektleiter ist der gebürtige Naturnser Jesuit Hannes B. Pircher.
Zum Inhalt: Die bretonische Fürstin Hirlanda wird verleumdet und unschuldig zum Feuertod verurteilt. Blut und Herz ihres Erstgeborenen sollen dem englischen König als Medizin geopfert werden. Die Teufel in der Hölle und Christus im Himmel kämpfen um die Seelen der Menschen, bis zum Schluss die gottgewollte, barocke Weltenordnung wiederhergestellt wird. Bernharts Forschungsarbeit wird von der Gemeinde Laas und dem Südtiroler Kulturinstitut gefördert. Hauptsponsoren für die Wiener Aufführung sind das österreichische Bundeskanzleramt, die Stadt Wien, die Südtiroler Landesregierung und das "Istituto Italiano di Cultura". Am Donnerstag ist die erste Aufführung in der restaurierten Universitätskirche, weitere Aufführungen sind am 18. und 19. Mai.

Andere Kritiken