Kein Erbarmen! - 1. Die Toten

Sterben muß jeder. Und das ist ja eigentlich auch schön. Aber gleich sind die Menschen nicht einmal vor dem Tod: Die einen trifft er früher, die anderen später. Ob man zu den einen oder zu den anderen gehört, hängt mindestens ebenso sehr vom Bankkonto ab wie von der genetischen Grundausstattung.
Mit der frommen oder doch zumindest pietätvollen Aufmerksamkeit, die wir den Toten zuwenden, wäre vielleicht besser den Lebenden geholfen, die durch Mangel und Armut einem vorzeitigen und überdies zudem oft noch sehr trostlosem Sterben ausgesetzt werden.

Film: Michelle Kranot / Iris ter Schiphorst. Suggestion of Least Resistance | Happiness Machine - Klangforum Wien
Georg Kreisler: Danse macabre

01. September 2020 - Wer stirbt zuerst?
Der Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen der niedrigsten und der obersten sozialen Schicht beträgt mehr als acht Jahre bei Männern und mehr als vier Jahre bei Frauen und ist einer der am besten gesicherten Befunde der epidemiologischen Forschung.
Sven Hartberger. Eine Philippika gegen die ungleiche Verteilung von Lebenszeit

02. September 2020 - Mit 550 PS im Straßenverkehr. Wer trägt das Risiko?
Die dummen Streiche der Reichen bezahlen meistens die Armen mit ihrer Gesundheit und oft genug auch mit ihrem Leben. Welche Gründe gibt es, die Produktion von Gütern, die keinen erkennbaren Nutzen stiften und die darüber hinaus sozial und ökologisch schädlich sind, nicht einfach zu verbieten?
Bettina Gneisz-Al-Ani, FH-Professorin und Lehrbeauftragte, im Gespräch mit Sven Hartberger

03. September 2020  -  Es wird nicht ohne häßliche Bilder gehen. Wer sieht sie an, wer ist auf ihnen zu sehen?
Was ist das "Es", das nicht ohne häßliche Bilder gehen wird? Ist es wertvoller, als die vernichteten Leben, die auf den häßlichen Bildern zu sehen sein werden? Und könnte es vielleicht doch ohne häßliche Bilder gehen, wenn wir zum Schutz dieser Leben die gleiche Anstrengung unternehmen würden, die wir anderen Interessen widmen: "Koste es, was es wolle"? - Ein Text von Sven Hartberger | Bilder © Ben Owen-Browne
Michael Genner, Asyl in Not, und Katharina Simunic, SOS Balkanroute (mit Ausschnitten aus ihrem neuen Film Europa, kannst Du mich sehen?) im Gespräch mit Thomas Reichmann und Ulla Pilz

04. September 2020 - Wer bekommt das Geld für die Waffen und auf wen wird mit ihnen geschossen?
Waffen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wenige kommen durch ihre Produktion und den Handel mit ihnen zu großem Reichtum, viele um ihre Gesundheit und um ihr Leben. Waffen machen die einen reich, und die anderen tot.
Birgit Anna Mayerhofer, Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, im Gespräch mit Fritz Fessler und Ulla Pilz

01. / 02. / 03. / 04. September 2020  20.30 Uhr - UA Kammeroper Ewiger Frieden