MAKROKOSMOS I-IV

Vier Zyklen nach dem Zodiak (1972-1979)
von George Crumb (1929-2022)

sirene Operntheater im Jugendstiltheater Wien / Wien Modern
22., 24., 25., 27. November 2022

Der neugierige Blick in den Sternenhimmel ist eine wesentliche, vielleicht sogar die erste Quelle der Kultur. Durch die Jahrtausende hat sich die Interpretation des Himmelstheaters und damit unser Weltbild immer wieder geändert und wird es auch weiterhin tun. In Astronomie, Astrologie, Religion und Schöpfungsmythen begleiten Sterne und das grosse Nichts dazwischen uns mit ihrer Ruhe und Verlässlichkeit. Sie schaffen Ordnung in der Komplexität des Lebens. Sie waren vor uns da, sie werden nach uns da sein - fern und schön wie ein Ziel, das unerreichbar bleibt.

Der neugierige Blick in den Sternenhimmel ist eine wesentliche, vielleicht sogar die erste Quelle der Kultur. Durch die Jahrtausende hat sich die Interpretation des Himmelstheaters und damit unser Weltbild immer wieder geändert und wird es auch weiterhin tun. In Astronomie, Astrologie, Religion und Schöpfungsmythen begleiten Sterne und das grosse Nichts dazwischen uns mit ihrer Ruhe und Verlässlichkeit. Sie schaffen Ordnung in der Komplexität des Lebens. Sie waren vor uns da, sie werden nach uns da sein - fern und schön wie ein Ziel, das unerreichbar bleibt.

Das sirene Operntheater stellt George Crumbs subtiler und bildreicher Musik fünf künstlerische Positionen zur Seite:  PRINZpod, Wendelin Pressl, Peter Koger, Barbis Ruder und Burkert/Tornquist. Im Anschluss an die Vorstellungen präsentiert Bernhard Gál sein neues Buch Hörorte | Klangräume in Gesprächen mit Stefan Fricke, Georg Weckwerth, Marie-Therese Rudolph und Barbara Barthelmes.

George Crumb, in den Appalachen aufgewachsen, nennt als Inspirationsquelle und Urgrund seiner Musik „the rhythms of nature, large and small“. Grundschwingung allen Daseins sind die Bewegungen der Gestirne, die er in seinem Zyklus als spiralförmige Bewegungen interpretiert. Makrokosmos I-IV ist hochkomplex, anspielungsreich und zyklisch aufgebaut, eine kosmische Choreographie im „Celestial ballroom“. Der Klavierzyklus entstand als Antwort auf Béla Bartóks Mikrokosmos. Alle 4 Teile beziehen sich auf den Zodiak, jenen 30 Grad breiten Streifen entlang der Ekliptik, in dem die 12 Monatszeichen stehen. Makrokosmos I und II für verstärktes Klavier bestehen aus jeweils 12 Phantasien zu den Sternbildern und weiteren kosmischen Phänomenen wie Nebensonnen, Corona Borealis und kosmischer Strahlung, Teil III ("Music for a Summer Evening") für 2 verstärkte Klaviere und 2 Schlagwerker bezieht sich auf 5 mythische Erzählungen und Texte von Salvatore Quasimodo, Blaise Pascal und Rainer Maria Rilke. Makrokosmos IV für 2 Pianisten widmet sich 4 herausragenden Sternen. Die Partituren sind auf besondere, graphische Weise notiert und Kunstwerke in sich.
George Crumb ist einer der meistgespielten amerikanischen Komponisten unserer Zeit. Meist schreibt er in Gegensätzen, inspiriert von der Tradition der westlichen Kunstmusik, von Volksmusik und Hymnen, aber auch nicht-westlicher Musik. Viele von Crumbs Werken enthalten programmatische, symbolische, mystische und theatralische Elemente, die sich in seinen schönen und akribisch notierten Partituren widerspiegeln. Crumb, eine zurückhaltende, aber warmherzige und eloquente Persönlichkeit, wurde von zahlreichen Institutionen mit Ehrendoktorwürden ausgezeichnet und erhielt Dutzende von Preisen und Auszeichnungen, darunter den Grammy und den Pulitzer-Preis. Er lebte in Pennsylvania in dem Haus, in dem er mit seiner Frau, mit der er mehr als 60 Jahre verheiratet war, ihre drei Kinder grossgezogen haben. Im Frühjahr 2022 ist er verstorben.

Projektbeschreibung