Kleine Zeitung, 29.03.07, Walter Titz

Sphärenklänge und lustvolles Ringen um Vokale

2004 texteten und komponierten je sieben österreichische Autoren und Komponisten (darunter Wolfgang Bauer, Friderike Mayröcker, Christof Dienz, Kurt Schwertsik) unter dem Titel „millimeterkrisen und miniaturkatastrophen“ sieben Kurzopern, „Operellen“.
„Operellen 2“, erneut Koproduktion von Tiroler Landestheater und sirene Operntheater Wien, bringt „abkürzungen und beschleunigungen“. Kristine Tornquist, Autorin und Regisseurin, bat diesmal um Einfälle, wiederum rund um ein fixes Figurenrepertoire (inklusive Galilei und Mann im Mond). Und erhielt reichlich Material für zwei kurzweilige Stunden.
Daniel Glattauer (Text) und Johanna Doderer (Musik) lassen chatten. Johannes Schrettle und Hannes Raffaseder verknüpfen die Frage nach einer Frau im Mond mit Reminiszenzen an Rosamunde Pilcher und John Lennon. Barbara Frischmuth und Ulrich Küchl kreisen um das Problem „Mirabellenkompott oder Mostbirnenmus“. Tornquist und René Clemencic inszenieren einen fabelhaften „Monduntergang“. Günter Rupp und Jury Everhartz frönen „Fröhlicher Wissenschaft“. Klaus Lang unterlegt einen Text von Händl Klaus mit Spärenklang von adäquat spröder Schönheit. Antonio Fian und Herwig Reiter schliesslich ringen – „Z Hlf! Z Hlf!“ – um Vokale. Sehr lustvoll.

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