Zeitschatten - Sieben Guckkisten

Das sirene Operntheater lädt sieben Künstlerinnen und Künstler ein, wahlweise Guckkisten oder Dioramen zu gestalten, die im Rahmen der Uraufführung des szenischen Oratoriums Gilgamesch in der Expedithalle der Brotfabrik Wien Mai 2015 gezeigt werden. Sieben Guckkisten ermöglichen eine Reise durch Zeit und Raum, vom dargestellten zum historischen Gilgamesch. Sie fokussieren das Wunder der Ferne auf den Moment des Schauens, wie ein Fernrohr Nähe schafft. Inhaltlich werden sich die Arbeiten mit den im Epos behandelten Begriffen Ferne und Vergangenheit, Erinnerung und Tod beschäftigen. Zeitschatten zeigt Hinsichten auf die Vergangenheit und Konstruktionen der Gegenwart.

Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.
Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte XIV

Ausstellende Künstler sind Barbara Graf. Markus Guschelbauer. Iris Kohlweiss. Leo Peschta. Lea Titz. Vesna Tusek. Natalia Weiss. Die Ausstellung wird kuratiert von Isabelle Gustorff und Kristine Tornquist. Guckkisten von Cornelius Burkert.

Barbara Graf: Projektionen
(Zeitschatten)

Positionen aktueller Kunst reflektieren die Präsenz des Vergangenen im Gegenwärtigen. Ausser der inhaltlichen Nähe zwischen der Guckkastenschau und der Oper Gilgamesch gibt es auch eine zwingende formalästhetische Harmonie zwischen beiden Kunstprojekten: die Regisseurin Kristine Tornquist arbeitet in ihrer Inszenierung mit Elementen des Schattentheaters, welches seinerseits in die Familie der optischen Sensationen gehört.