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Der neue Merker, 27.5.2009 - Hans Peter Nowak

Man stelle sich vor, Murgers Bohème-Roman wäre nicht nur von Leoncavallo und Puccini, zuerst ohne Wissen voneinander, dann in wildem Wettstreit vertont worden, sondern planmäßig auf beide und noch 7 weitere Kollegen verteilt worden und einer der 9 Komponisten hätte dann noch die meisten Aufführungen dirigiert... So ergeht es aber derzeit dem Roman, oder eigentlich der Novellensammlung „Nachts unter der steinernen Brücke“ von Leo Perutz, deren 1. Teil in der Vertonung des eher durch die Aufführung so genannter „alter Musik“ bekannten René Clemencic in einer neu adaptierten Spielstätte, dem Expedit der Ankerbrotfabrik in Wien X., zur Aufführung kam (mit 1 Wiederholung) und noch 8 Fortsetzungen finden wird.
Die Akustik in der Halle ist gut, das diesmal 9-köpfige Ensemble namens on_line ist im Hintergrund der Halle postiert und der das Volk darstellende Chor im Hemd, einstudiert von Andreas Salzbrunn, seitlich vom in wenigen langen Reihen sitzenden Publikum. François-Pierre Descamps dirigiert (er wird insges. 7 der 9 Opern dirigieren), jugendlich, wie die meisten Mitwirkenden. Thema dieses 1. Abends, der aus 3 Kapiteln von Anfang, Mitte und Ende des Buches besteht, ist sozusagen „der Kaiser und die schöne Jüdin“. Diese Esther, die einzige Frauen-Solorolle, ist durch Romana Beutel geprägt. Ihren Mann Mordechai Meisl gibt Johann Leutgeb; Kaiser Rudolf II., würdig im Kaisermantel, bemitleidenswert im Nachtgewand (man muss an Franz Joseph im „Radetzkymarsch“ denken) Rupert Bergmann. Sein devoter Kammerdiener ist Petr Strnad. Rabbi Löw, diese Inkarnation des jüdischen Prag, die in 5 Opern des Zyklus vorkommt, wird eindrücklich von Dimitrij Solowjew gesungen und gespielt. Den Engel Asael gibt der Countertenor Armin Gramer – man nimmt ihm das Überirdische ab.
Für alle 9 Opern des Zyklus ist Kristine Tornquist mit Libretto und Regie verantwortlich. für die Kostüme (der Renaissance gut entsprechend) Markus Kuscher. Den Raumverhältnissen angepasst, wickelt sich fast alles vertikal ab: der Engel wird an Seilen herabgelassen, der Kaiser und das Ehepaar schlafen im Stehen.
Da Kaiser Rudolf ein leidenschaftlicher Sammler war, gehören zur Idee für den Zyklus auch jeweils vor den Opernaufführungen Präsentationen von Sammlungen. Beispiel 1: Zaubergeld, gesammelt und präsentiert von John Allen und vorgeführt von Magic Christian, dann zur Besichtigung freigegeben. Unter den kommenden Projekten finden sich Pilze, Kunstbücher, Stickereien usw.
Im Vorort zum Programm bezeichnet die Kunstministerin Dr. Claudia Schmied das Projekt als „interdisziplinär“ und „zukunftsweisend“. Möge sie Recht behalten!

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