Was passiert
Wir teilen die vier Teile des Buches in drei Akte und verzichten auf die Rahmenhandlung.
1. Akt
- 1700 im Großen Nordischen Krieg: Zwei hungernde Landstreicher flüchten im tief verschneiten Schlesien vor einer Patrouille feindlicher Dragoner.
- Zuflucht in der Mühle: Sie besetzen eine verlassene Mühle und essen die bereitstehende Mahlzeit. Es sind der desertierte schwedische Adelige Tornefeld und ein mittelloser Dieb. Als der Müller Geld fordert, schickt Tornefeld den Dieb als Boten zu seinem wohlhabenden Taufpaten auf das Gut Kleinroop.
- Ankunft in Kleinroop: Der Dieb findet das Gut völlig verwahrlost vor. Er belauscht betrügerische Machenschaften und prallt auf den berüchtigten Malefizbaron, der ihm seine Identität als adeliger Bote nicht glaubt.
- Die Rettung: Die junge Gutsherrin Maria Agneta wird von ihrem Gläubiger Krechwitz zur Ehe erpresst. Sie wartet jedoch auf ihren Verlobten Tornefeld, dessen Vater – der Pate – verstorben ist. Als der Baron den Dieb hängen lassen will, erwirkt die mitleidige Maria Agneta eine Umwandlung der Strafe. Der Dieb verliebt sich rettungslos in sie.
- Die Bestrafung: Der Dieb erleidet eine brutale Prügelstrafe.
- Der Identitätstausch: Zurück an der Mühle verschweigt der Dieb Tornefeld die Wahrheit und schlägt einen folgenschweren Schicksalstausch vor. Er übernimmt Tornefelds Identität auf dem Gut, während der Adelige unter dem Namen des Diebes im bischöflichen Bergwerk untertaucht. Der Müller raunt dem Dieb eine düstere Warnung hinterher.
2. Akt
- Der neue Hauptmann: Der Dieb will die Räuber des Fuchsengrunds vor dem Baron warnen. Unterwegs packt er ein erstarrtes Hornissennest ein. Weil der sterbende Räuberhauptmann ihn für den Teufel hält, übernimmt der Dieb die Bande und dessen Geliebte, die Rote Lies. Mit den entfesselten Hornissen schlägt er die Soldaten des Barons erfolgreich in die Flucht.
- Erfolgreiche Raubzüge: Die Diebe akzeptieren ihren neuen Anführer. Maskiert, aber ohne Gewalt anzuwenden, plündern sie ein Jahr lang Kirchen und häufen enorme Reichtümer an.
- Die Entlarvung: In einem Gasthaus demaskiert ein betrunkener Adeliger den Dieb. Die Rote Lies erschießt den Zeugen auf der Stelle.
- Auflösung der Bande: Erschüttert von diesem Mord löst der Dieb die Bande auf und teilt die Beute. Die Rote Lies bleibt zutiefst gekränkt und rachsüchtig zurück.
- Die Rückkehr: Als reicher Reiter kehrt er nach Kleinroop zurück und gibt sich als Tornefeld aus. Er saniert den Hof und zahlt die drückenden Schulden ab.
- Die glücklichen Jahre: Es folgen sieben Jahre des Liebes- und Wirtschaftsplans. Größtes Glück des Diebes ist die gemeinsame Tochter Christine, die inzwischen sechs Jahre alt ist.
- Der Besuch: Bei einem Treffen mit Nachbarn empört sich der vermeintliche Adelige zur Verblüffung aller über die unmenschlichen Zustände in den bischöflichen Bergwerken.
- Gefahr aus der Vergangenheit: Der ehemalige Komplize Wendehals taucht auf Kleinroop auf. Da die kleine Christine ihn ins Herz schließt, stellt der Dieb ihn als Knecht ein. Wendehals warnt ihn: Die Rote Lies hat einen Dragoner geheiratet und sinnt auf Rache.
- Der Abschied: Um einer Verhaftung zuvorzukommen, beschließt der Dieb, mit Wendehals in den Krieg zu ziehen. Christine wendet heimlich einen Schutzzauber an, um die Abreise ihres Vaters zu verhindern.
3. Akt
- Planänderung: Auf dem Weg zur schwedischen Armee ändert der Dieb seinen Plan und will die Rote Lies endgültig zum Schweigen bringen.
- Die Brandmarkung: Er bricht bei ihr ein. Doch sie überwältigt ihn und brennt ihm das unübersehbare Brandzeichen der Diebe auf die Stirn. Gezeichnet und verzweifelt kann er weder als Adeliger leben noch nach Hause zurückkehren; er flieht inkognito ins Bergwerk.
- Das Wiedersehen: Tornefeld hat seine Dienstzeit abgeleistet und verlangt vom Müller seinen Lohn. In diesem Moment betritt der entstellte Dieb die Mühle. Sie tauschen erneut die Rollen: Tornefeld zieht gut ausgestattet in den Krieg, der Dieb geht freiwillig in die Mine.
- Die Hölle der Mine: Die Zwangsarbeit im Bergwerk erweist sich als erbarmungslose Sklavenschinderei.
- Heimlicher Besuch: Von unerträglicher Sehnsucht getrieben, überwindet der Dieb nachts die Mauern und flieht heimlich zu Christine. Während Vater und Tochter sich am Fenster herzen, erfährt Maria Agneta von Nachbarn, "Tornefeld" sei beim Heer zum gefeierten Obersten aufgestiegen. Christines Berichte über die Besuche ihres Vaters hält die Mutter für bloße Träume.
- Das tragische Ende: Bei einem weiteren Fluchtversuch, um sich auch Maria Agneta zu offenbaren, stürzt der Dieb tödlich von der Festungsmauer. Der herbeigerufene Priester entpuppt sich als alter Räuberkollege, der nur nach dem versteckten Gold sucht. Der Dieb stirbt einsam. Zeitgleich erreicht Maria Agneta die Nachricht, dass der echte Tornefeld in der Schlacht gefallen ist – Mutter und Tochter trauern um zwei verschiedene Männer, ohne es zu wissen.









