Text und Musik

Im Zentrum der Oper Der schwedische Reiter steht ein namenloser Dieb, der die Identität eines Edelmanns stiehlt, um in der gesellschaftlichen Hierarchie aufzusteigen. In Zeiten von Social Media, digitaler Selbstdarstellung und Hochstaplertum im echten Leben berührt diese Frage nach Schein und Sein, nach konstruierten Biografien und dem Verlust des eigenen Ichs auch einige Fragen unserer Zeit. 

Der historische Stoff verhandelt Schicksal und Bestimmung in der Hierarchie des Geldes und der unverhüllten Macht des Krieges. Das Offenlegen dieser gesellschaftlichen Gegensätze – Armut gegen Reichtum, Macht gegen Ohnmacht – spiegelt heutige Krisen und auch ihnen zugrunde liegende sozioökonomische Ängste.

Die Oper übersetzt die packende, beinahe filmische Erzählweise des Magischen Realismus von Leo Perutz in ein modernes, psychologisch dichtes und sinnliches Gesamtkunstwerk.

In Interviews wie dem Gespräch im terz magazin anlässlich der Oper Türkenkind berichten Librettistin Kristine Tornquist und Komponist Wolfram Wagner von ihrer Zusammenarbeit als einem organischen, aufeinander bezogenen Arbeitsprozess.

Kristine Tornquist nennt sich dabei selbst als extrem fokussiert auf das Wesentliche beim Schreiben. Sie reduziert Texte stark, um der Musik Raum zu geben. Das trifft auf Wolfram Wagners kompositorische Vorliebe für formale Klarheit und transparente, schlanke Strukturen. Beide Künstler teilen die Absicht, dass das Publikum der Handlung problemlos folgen können muss.

Libretto | Partitur

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Personen:
Maria Agneta von Krechwitz auf Kleinroop: lyrischer Sopran
Der Dieb: Bariton

Wechselrollen:
Christine, siebenjähriges Kind, Tochter von Maria Agneta und Dieb = Magd: Sopran
Rote Lies, Räuberin = der junge Uechtritz: dramatischer Mezzosopran
Christian von Tornefeld, Edelmann = Dragoner 2. Akt (stumm): Tenor
Toter Müller = Freiherr von Saltzau auf Düsterloh und Pencke = Dragoner 2. Akt (stumm): Charaktertenor
Feuerbaum, Räuber = Freiherr von Tschirnhaus = Knecht = 1. Dragoner 1. Akt = Minenarbeiter: Tenor
Brabanter, Räuber = Freiherr von Bibran = Knecht = Dragoner 1. Akt (stumm) = Minenarbeiter: Bariton
Rentmeister auf Kleinroop = Schwarzer Ibitz, Räuberhauptmann = Graf = Minenarbeiter = Wachmann: Bassbariton
Wendehals, Räuber = 2. Dragoner 1. Akt: Bassbariton
Hans Georg v. Lilgenau, Malefizbaron, Dragonerhauptmann m. Augenklappe = Wirt = Knecht = Minenarbeiter: Bass
stumme Statisten: Dragoner, Kutscher, Knechte, Arbeiter, Feldscher

Orchesterbesetzung:
2 Flöten (2. auch Piccolo), 1 Oboe, 2 Klarinetten (2. auch Bassklarinette), 1 Fagott.
2 Trompeten., 1 Horn., 2 Posaunen (2. = Bassposaune)
1 Pauken (grosse Pauke und kleine Pauke) + 1 Schlagwerker (grosse Trommel, kleine Trommel mit Schnarrsaite, 2 Hängetom-toms, Hängebecken, Hi-hat, Tempelblocks, Triangel, Röhrenglocken, Windmaschine)
Streicher (chorisch): 1. Violinen, 2. Violinen, Bratschen, Violoncelli, Kontrabass (mind. 5-4-3-2-1)