Der schwedische Reiter
Der Roman Der schwedische Reiter schildert vor dem Hintergrund des Schlesischen Krieges um 1700 das Leben zweier Männer, die ihre Identität tauschen und jeweils das Leben des anderen leben.
Die Handlung beginnt damit, dass ein vagabundierender Dieb und ein schwedischstämmiger Edelmann namens Christian von Tornefeld, der desertiert ist, durch die Landschaft irren. Sie halten in einer verlassenen Mühle Rast und begegnen dort dem Gespenst des verstorbenen ehemaligen Müllers, der einmal im Jahr unter die Lebenden tritt, um Leute für den Steinbruch des Bischofs zu rekrutieren, der sich durch die Ausbeutung der Arbeiter seine Lustschlösser finanziert. Der Geist des Müllers, der klar als Teufel präsentiert wird, will den namenlosen Dieb in die Steinbrüche des Bischofs mitnehmen. Der Dieb sieht auch keine andere Möglichkeit, als in den Steinbruch zu gehen, da er von herumziehenden Truppen gesucht wird und gehängt werden würde. Er bittet sich jedoch noch eine kurze Frist aus, die er auch bekommt.
Christian von Tornefeld indessen wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder zur Armee zurückzukehren und seinem König, Karl XII von Schweden, dienen und eine alte Bibel geben zu können. Er hat jedoch kein Geld, kein Pferd und keine Uniform und bittet daher den Dieb, für ihn zu seinem Vetter und Paten zu gehen, der in der Nähe einen Hof hat, und ihm mitzuteilen, dass er sich hier befindet und seine Unterstützung braucht. Der Dieb begibt sich auf den Gutshof, wird jedoch dort vom Malefizbaron für einen Verbrecher gehalten und verhaftet. Er will die Sache aufklären und dem Malefizbaron erklären, dass er im Auftrag des Christian von Tornefeld hier ist, dieser glaubt ihm jedoch nicht und zu allem Überfluss ist der alte Gutsherr schon verstorben.
Der Vagabund wird zu der Tochter des ehemaligen Gutsherrn geführt, die nun die Besitzerin des verschuldeten Hofs ist. Der Dieb verliebt sich sofort in die Herrin des Hauses und sie kann den Malefizbaron davon überzeugen, dass er ihn laufen lässt. Er verschweigt ihr jedoch, dass er von Christian Tornefeld geschickt wird, der eigentlich seit Kindesbeinen mit der Gutsherrin verlobt ist. Er gönnt Tornefeld sein Glück nicht und beschließt, da es ihm nun am Gut durch die Anwesenheit der Dragoniere, die ihn suchen, zu gefährlich wird, zu Tornefeld in die Mühle zurückzukehren.
Er entscheidet, dass er eine Intrige gegen Tornefeld betreibt und ihn statt seiner in den Steinbruch des Bischofs schickt. Der Dieb erzählt ihm, dass sich die Gutsherrin an ihn nicht mehr erinnern und ihm auch nicht helfen könne. Weiters berichtet er, dass er die kaiserliche Armee ganz in der Nähe gesehen hätte, die ihn wegen des Desertierens suche. Der Dieb schlägt Tornefeld daher vor, dass er statt ihm in den Steinbruch des Bischoffs gehen soll, wo ihn niemand finden wird, und verspricht, dass er statt ihm in die schwedische Armee eintritt.
Der Dieb bricht jedoch sofort sein Versprechen und schließt sich einer Räuberbande an. Sie können erfolgreich die Truppen des Malefizbarons abwehren, der ihn wiedererkennt. Daraufhin wird der Dieb sogar zum Hauptmann der Bande und gründet mit vier weiteren Leuten eine neue Räuberbande, die einzig und allein in Kirchen einbricht und Kirchengut stiehlt. Bald werden diese sogenannten Gottesräuber vom Malefizbaron in der ganzen Gegend gesucht, können jedoch nicht gefangen werden. Nach einiger Zeit und vielen erfolgreichen Raubzügen lösen sie sich auf und zerstreuen sich in alle Richtungen.
Eines Tages kehrt der ehemalige Dieb, nun in der Uniform eines schwedischen Soldaten, als schwedischer Reiter auf das Gut zurück und gibt sich dort als schwedischer Offizier aus. Er spielt der jungen Gutsherrin vor, dass er ihr Verlobter Christian von Tornefeld sei und heiratet sie. Er bringt in den folgenden Jahren die marode Gutsherrschaft wieder in Schwung und bekommt eine Tochter mit der Gutsherrin Maria Agneta.
Viele Jahre später kommt ein ehemaliges Bandenmitglied aus seiner Räuberzeit zu ihm an den Hof und berichtet ihm, dass die rote Lies, ebenfalls ein ehemaliges Räubermitglied, seine falsche Identität aufliegen und ihn an den Malefizbaron verraten will. Der schwedische Reiter bekommt die Panik und beschließt vom Hof zu flüchten und die rote Lies zu beseitigen. Er erzählt seiner Frau und seiner Tochter, dass er in den Krieg ziehen müsse, und macht sich fluchtartig davon.
Er findet die rote Lies und will sie töten, sie kann sich zunächst jedoch wehren und ihm mit einem heißen Eisen etwas in die Stirn brennen. Daraufhin tötet er die rote Lies und flüchtet. Er weiß jedoch nicht wohin und beschließt, in den Steinbruch des Bischofs zu gehen, wo ihn der Malefizbaron nicht finden kann. Er begibt sich zunächst in die alte Mühle, in der er auf einen ehemaligen Steinbrucharbeiter trifft, der neun Jahre lang für den Bischof im Steinbruch geschunden wurde. Es stellt sich heraus, dass es der echte Christian von Tornefeld ist und sie erkennen sich wieder.
Dieser beschließt nun, dass er für den schwedischen König in den Krieg zieht und ihm die Bibel überreichen will, was der Dieb bis heute nicht getan hat. Dieser wiederum geht nun in den Steinbruch des Bischofs. Er schleicht sich jedoch jede Nacht weg, um heimlich seine Tochter zu besuchen, die glaubt, er wäre im Krieg. Eines Nachts hat er jedoch einen Unfall, fällt in eine Schlucht und stirbt. Kurz davor starb auch der echte Christian Tornefeld im schwedischen Heer in einer Schlacht in Russland.
Zusammenfassung aus: Rene Bachmayer, Diplomarbeit "Die historischen Romane des Leo Perutz", Universität Wien 2014









