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Wiener Zeitung, 9. 6. 2006, Brigitte Suchan

Gegen Vergessen

Das Opern-Monodram "Tagebuch der Anne Frank" von Grigori Frid eröffnete am Mittwochabend das Gedenkfestival "Kultur des Erinnerns" im Jugendstiltheater auf der Baumgartner Höhe. Der russische Komponist schrieb diese Monooper Ende der 60er Jahre nach 20 Tagebucheintragungen von Anne Frank. Die Produktion des Sirene Operntheaters bedient sich der Fassung für neun Soloinstrumente. Es spielt das Orchester der Anton Bruckner Privatuniversität Linz unter Thomas Kerbl. Der Schriftsteller Robert Schindel liest Szenen aus dem berührenden Zeitdokument.
Ein Kasten im Zentrum der Spielebene verbirgt Wohnraum auf kleinstem Platz und spiegelt die beengten Verhältnisse wider, in der die Familie Frank sich bis zum August 1944 in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt hielt (Bühne: Jakob Scheid). Die junge Sopranistin Nina Maria Plangg als Anne Frank nimmt das Publikum von Anfang an gefangen. Jeder Blick, jede Bewegung, jeder Ton ist stimmig und entführt in die klein gewordene Welt des Teenagers, macht Hoffnung, Angst und Aussichtslosigkeit beklemmend nachfühlbar. Eine großartige Leistung.

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