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Nachts unter der Steinernen Brücke - Rosmarin und Rose

Der römische Kaiser Rudolf II. sieht bei einem Besuch in der Judenstadt von Prag eine schöne junge Frau und verliebt sich. Rudolf verlangt von Rabbi Löw, die Schöne solle ihm auf die Burg geschickt werden. Der Rabbi weigert sich, denn Esther ist mit dem Kaufmann Mordechai Meisl verheiratet. Darauf droht der junge Kaiser, die Juden zu vertreiben. Aus Sorge um seine Gemeinde pflanzt Rabbi Löw unter der Steinernen Brücke an der Moldau einen Rosenstock und einen Rosmarinstrauch nebeneinander, in denen sich die Seelen von Rudolf und Esther Nacht für Nacht im Traum vereinen. Diese Sünde bringt aber ein großes Kindersterben über die Judenstadt. Als Rabbi Löw die Ursache des Fluchs ergründet, reißt er den Rosmarinstock wieder aus. Die schöne Esther stirbt und lässt Mordechai Meisl ebenso wie Rudolf untröstlich zurück. Jahre später sind Rudolf II und Meisl, ohne einander je gesehen zu haben, auch anderweitig miteinander verbunden. Der hochverschuldete Kaiser macht mit dem reichen Kaufmann Geschäfte - Geld gegen Privilegien. Außerdem soll der Kaiser nach Meisls Tod sein Gut erben. Als Mordechai Meisl aber in den letzten Wochen seines Lebens erfährt, dass seine Esther die Geliebte des Kaisers war, verschenkt er sein ganzes Geld, um sich zu rächen. Damit reißt er ganz Böhmen mit ins Unglück. In all diese Vorgänge ist immer auch der Rabbi Löw verstrickt, der mit seinen Zauberworten, die Gutes bewirken sollen, doch das Gleichgewicht der Welt stört.
Rund um diese Kerngeschichte zeichnet Perutz ein lebendiges Bild des Prag um 1600 und lässt viele andere Figuren auftreten und sich in ihre Leidenschaften und Leiden verwickeln - unter ihnen Wallenstein, Kepler, jüdische Musiker und Landstreicher, Diebesbanden, sprechende Hunde, ein marokkanischer Gesandter, Hofleute, Geister und Seelen und der Engel Asael, der in Erinnerung an seine Liebe zu einer Menschentochter weint.