pr_circus_21tiger_gr.jpg pr_circus_4klo_gr.jpg circus_02fahrrad_gr.jpg pr_circus_applaus2_gr.jpg circus_20zersaegt_gr.jpg pr_circus_7_gr.jpg pr_circus_18walzer_gr.jpg circus_1nackt_gr.jpg pr_circus_20c_gr.jpg circus_herz_gr.jpg circus_22_gr.jpg pr_circus_fernrohr_gr.jpg pr_circus_woher_gr.jpg pr_circus_einekatze_gr.jpg pr_circus_schwebe_gr.jpg pr_circus_opfer_gr.jpg pr_circus_13ballon_gr.jpg pr_circus_gefallen_gr.jpg pr_circus_bartigedame_gr.jpg pr_circus_8pistole_gr.jpg pr_circus_15_gr.jpg pr_circus_orchester_gr.jpg circus_19schere_gr.jpg pr_circus_18herz_gr.jpg pr_circus_flug_gr.jpg pr_circus_4corus_gr.jpg circus_10paravent_gr.jpg pr_circus_director_gr.jpg pr_circus_2lucieolga_gr.jpg pr_circus_20zauber_gr.jpg pr_circus_staff_gr.jpg

Kleine Zeitung, 11. September 2006, Harald Steiner

"Der Fluss bringt mir Wasser und Fische / genau vor mein Maul fall'n die Nüsse / das ist alles klug und schön erdacht / die Welt ist perfekt für mich gemacht."
So besingt Bariton Bartolo Musil in der neuen Oper "Circus" die Dinge aus Bärensicht. Einen Bruno gibt es auch, der ist aber kein Bär, sondern ein Clown (Tenor Günther Strahlegger). Das hübsche Libretto sowie die Regie stammen von der Grazerin Kristine Tornquist, die abwechslungsreiche, zitierfreudige Musik von Jury Everhartz, und uraufgeführt wurde "Circus" am Mittwoch im Wiener Jugendstiltheater.
Tornquist und Everhartz - die beiden Namen sind auch als "Sirene-Operntheater" ein Begriff, und die gemeinsam verfassten Werke wie "Der Kommissar" (2002) oder "Das Krokodil" (2004) tragen eine unverwechselbare Handschrift. Stets gerät die Handlung zu einer Parabel über das Wesen des Menschen, so auch in "Circus". Liebe, Eifersucht, der Diebstahl der Zirkuskasse, Mordpläne - das alles treibt Dompteur, Hochseilartistin, Clown und bärtige Frau um, die sich in manchen Szenen in ihr tierisches Alter Ego verwandeln: Bär, Tigerin, Elefant und Affe.
Als Zirkusdirektor und Illusionist, der eingreift, wenn das Geschehen zu bunt wird, agiert Bariton Dieter Kschwendt-Michel. Das Bühnenbild, einem Karussell ähnlich, stammt von Jakob Scheid, die wunderbaren Kostüme von Andrea Költringer. Am Dirigentenpult Anna Sushon, eine Russin, die seit zehn Jahren in Wien lebt.
Schade ist, dass Musik und Libretto des zweistündigen Werks fast nie zur Textverständlichkeit zusammenfinden. Man muss das Libretto nolens volens im Programmheft nachlesen.

Andere Kritiken