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Tiroler Tageszeitung, 30.Oktober 2004

Sieben Opern aus der Spielzeugkiste. Das Tiroler Landestheater und das Wiener sirene Operntheater stellen in Koproduktion Musiktheater-Miniaturen vor.


Oper ist lang und umständlich, Operellen sind kurz und schnell. Sieben ganz neue kommen am 31. Oktober am Tiroler Landestheater zur Uraufführung.
Johanna und Johann, der Zwerg, der Dieb und Voltaire. Fünf Personen, zwischen denen sich Beziehungen spannen lassen. Kristine Tornquist erfand die Figuren und bat bekannte Autoren und Autorinnen, Geschichten zu entwickeln, sowie sieben Komponisten, diese Libretti zu vertonen. Das Ergebnis nennt sie "Operellen", und vielleicht ist damit eine neue Gattung des Musiktheaters geboren.
Folgende Werke sind entstanden: "HerzLosZeitLos" von Walter Titz (Autor) und Peter Planyavsky (Komponist); "Schock" von Hosea Rathschiller und Lukas Tagwerker (Autoren) und Akos Banlaky (Komponist); "Schutt" von Hermes Phettberg (Autor) und Gilbert Handler (Komponist); "Stretta" von Friederike Mayröcker (Autorin) und Wolfram Wagner (Komponist); "Das gestohlene Herz" von Wolfgang Bauer (Autor) und Jury Everhartz (Komponist); "Die vertauschten Köpfe" von Radek Knapp (Autor) und Christof Dienz (Komponist); "Schlaf der Gerechten" von Kristine Tornquist (Autorin) und Kurt Schwertsik (Komponist).
Tornquist, 1965 in Granz geboren, kreist frei ziwschen Theater, Texten und bildender Kunst. Sie gründete das Theater am Sofa und das sirene Operntheater. Letzteres ist Koproduzent des Tiroler Landestheaters bei der Uraufführung der sieben Operellen am Sonntag in den Kammerspielen.
Keine Frage, dass Mayröcker, Knapp, Bauer und Phettberg literarisch und Planyavsky, Wagner, Schwertsik und der Tiroler Dienz musikalisch mit ihren unterschiedlichen Ansätzen zu sehr verschiedenen Ergebnissen kommen. Da herrschen Poesie und Pointe, Stillstand und Drama, freier Rhythmus und Reim. Auf der musikalischen Seite sind, wie Dirigent Dorian Keilhack bei einer Einführungsmatinee am Klavier demonstrierte, Assoziationen von der frühen Niederländer Schule bis zu Gustav Mahler, der klassischen Operette und dem Rap erlaubt.
Jede Operelle dauert rund 15 Minuten und Tornquist, die selbst eines der Stücke geschrieben hat, bringt sie als Regisseurin auf die Bühne. Mit Walter Vogelweider (Bühne) und Julia Libiseller (Kostüme) einigte sie sich auf eine Spielzeugschachtel, die nun gleichsam ausgepackt wird. Die vier Darsteller, Shauna Elkin, Renate Fankhauser, Dan Chamandy und Michael Wagner - Klaus Rohrmoser kommt als Sprecher dazu - wechseln auf offener Bühne die Stücke, Stile, Rollen und Kostüme.
Die Autoren mussten sich an Rollen, die Komponisten an bestimmte Instrumente halten. Das Ensemble bilden Beate Keilhack (Violine), Sunhild Anker (Violoncello), Andreas Flemming und Alexandra Dienz (Kontrabass), Michael Cede (Flöte), Stephan Moosmann (Klarinette), Stefan Matt (Saxophon), Tobias Mair (Trompete), Mato Santek (Posaune), Harald Pröckl (Akkordeon) und Andi Schiffer (Schlagzeug).
Vorstellungen nach der Uraufführung am 4., 5., 11., 12., 13. November in Innsbruck und drei Mal im Wiener Jugendstiltheater.

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