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Kurier, 26.03.07, Judith Schmitzberger

Der Mann im Mond hat es schwer

Die Vorgaben für die sieben Komponisten und Autoren waren so klar wie skurril. Die Figuren: eine Köchin, ein Astronaut, ein Briefträger, der Mann im Mond und Galileo Galilei. Die Form: eine Opernminiatur. Das Resultat: „7 Operellen“ – mit höchst unterschiedlichen Herangehensweisen.
Die Produktion des sirene Operntheaters ist nach Innsbruck nun in Wien zu sehen. Daniel Glattauer lässt die fünf in flapsigem Online-Jargon – mit der dichten Musik von Johanna Doderer – in einem Chatroom aufeinander treffen. Johannes Schrettle (Text) und Hannes Raffaseder verweben 40 Jahre Raumfahrt mit Zitaten zu einem eingängigen Drama. In „Mirabellenkompott oder Mostbirnenmus“ zeigt Barbara Frischmuth (musikalisch lieblich gebrochen von Ulrich Küchl) das absurde Leben auf dem Mond. Kristine Tornquist lässt (mit der kontrastreichen Musik von René Clemencic) den Mond auf die Erde prallen. Eine humorvoll gereimte Fabel hat Günter Rupp geschrieben, Jury Everhartz die illustrative Musik dazu. Händl Klaus´(Text) und Klaus Langs Annäherung ist vor allem rätselhaft und sphärisch. Pointierter Höhepunkt des Abends: Antonio Fians Blutoper „Tod auf dem Mond“ – ironisch, mit viel Witz vertont von Herwig Reiter.
Regisseurin Kristine Tornquist ist – in der weissen Bühnenküche von Julia Libiseller - nicht zu allen Stücken gleich viel eingefallen. Viele Szenen gelingen mit viel Charme. Das Tiroler Ensemble für Neue Musik (unter der Leitung von Leif Klinkhardt) und die fünf – teils sehr guten - Solisten spielen mit viel Einsatz. Auch wenn nicht alles gelingt: erfrischend absurdes Musiktheater.

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