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mica Musiknachrichten , 20.5.2009 - hr

Diesen Freitag startet das Festival „Nachts“ des Sirene-Operntheaters


Jeden Freitag und Samstag von 22. Mai bis 18. Juli, Ort der Handlung: Expedithalle der Brotfabrik, Wien 10, Puchsbaumgasse 1 (Tor 4): Neun Wiener Komponisten vertonen in neun Episoden Leo Perutz´ Roman „Nachts unter der Steinernen Brücke“. Den Beginn macht Altmeister René Clemencic, der als Komponist erst kürzlich mit einer Aufführung seines „Kablalla“-Oratoriums (1992) aufhorchen ließ und der auch bereits bei den „Operellen“ des sireneOperntheater mitkomponierte.
Löbliches Motiv der Macher, die seit 2002 miteinander arbeiten: „Oper zu machen ist im großen Betrieb der Opernhäuser zu einer schwer beweglichen Immobilie geworden. Wir sehen dagegen die Notwendigkeit, Opern so flexibel und risikofreudig zu erfinden und zu produzieren wie es in den großen Zeiten der Oper gang und gäbe war und wie es in anderen Kunstfeldern heute selbstverständlich scheint.“
Zum „Nachts“-Projekt: Aus den in Innsbruck und auch in Wien gezeigten 2006 gezeigten „Operellen“ (mehrere ca. 15-minütige Mini-Opern an einem Abend) sind nunmehr ca. einstündige Auftragswerke geworden. In jeweils nur einer Woche sollen diese Kammeropern in der großen denkmalgeschützten Halle der Brotfabrik in Szene gesetzt werden. Interpretieren wird sie das aus vorzüglichen Solistinnen und Solisten zusammengesetzte ensemble_online. Und es gibt in Favoriten dazu auch Ausstellungen und Diskussionen mit den Komponisten. Das Leading Team bilden : Leute um Kristine Tornquist (Libretto und Regie, gemeinsam mit Rainer Vierlinger) und ein Konzept des Komponisten Jury Everhartz.
Die Musik der neun Abschnitte, von denen jeweils einer am Freitag und Samstag jeder Woche in dieser Serie gezeigt werden stammt von Oskar Aichinger, Akos Banlaky, René Clemencic, François-Pierre Descamps (er ist auch der Dirigent der Aufführungen), Christof Dienz, Lukas Haselböck, Paul Koutnik, Gernot Schedlberger und Wolfram Wagner.
Über das Projekt ist auf der Website der Kompagnie zu lesen: „Leo Perutz versammelt in seinem Roman Mythen aus der Geschichte seiner Geburtsstadt Prag und eröffnet so einen Gedankenraum zwischen Realität und Fiktion. Seine Erzählungen verzichten darauf, die dokumentierten Wirklichkeiten der Geschichte bei ihren Namen und Zahlen zu nennen, der Autor folgt vielmehr seiner eigenen Mythomanie und hält kollektive Geschichten der Vorstellung und Erinnerung fest, die unzerstörbar sind und unendlich fortgesetzt werden können, über alle harten historischen Fakten hinaus.
Kaiser Rudolf II. treibt die Geschichten dieses Romans mit seiner Sammelleidenschaft voran und so wird seine Wunderkammer zu einem wiederkehrenden Bezugspunkt. An jedem Premierenabend dieser „Wunderkammer-Oper“ wird daher auch eine „Ausstellung” eröffnet. Gezeigt werden neun verschiedene Sammlungen, die Künstlerinnen, Künstler und, nicht zufällig, auch eine Historikerin angelegt haben und fortführen. Die gesammelten Dinge bilden ein kreatives Archiv, einen Schauplatz der Obsessionen und wollen dabei doch auch historische Ordnungen schaffen. Die ausgestellten Sammlungen geben dabei Weltbilder wieder und eröffnen Einblicke in kreative Prozesse. Sie sind individueller Ausdruck jeder Berührung mit der Gesellschaft, stellen den Anschluß zwischen individueller Projektion, aufgeklärter Welterfassung und modernen Konsumwelten her.
„Nachts unter der Steinernen Brücke”
Rabbi Löw rettet bei einem Besuch des Kaisers Rudolf II in der Judenstadt von Prag diesem das Leben, indem er einen Stein, der von einem Attentäter auf den Kaiser gestürzt wird, in ein Paar Tauben verwandelt. Damit hat er allerdings in das Gleichgewicht der Welt eingegriffen und die göttlichen Ordnung gestört. Die Folgen wiegen schwer. Denn Rudolf sieht an diesem Tag die schöne Esther und verliebt sich. Nach vergeblicher Suche nach dem Mädchen, erpresst Rudolf den Rabbi Löw: wenn ihm dieses schöne Mädchen nicht auf die Burg gebracht würde, werde er die ganze jüdische Gemeinde verfolgen und vertreiben. Rabbi Löw weigert sich, Esther auszuliefern, denn sie ist die Ehefrau des Kaufmann Mordechai Meisl. Aber um Rudolf zu beschwichtigen, pflanzt der Rabbi einen Rosenstock und einen Rosmarinstrauch unter die Steinerne Brücke, in denen sich die Seelen von Esther und Rudolf Nacht für Nacht vereinen sollten. Damit bringt er die Sünde in die Judenstadt, die mit einer Seuche bestraft wird, an der die Kinder sterben.
Als Rabbi Löw das durch die Geister der verstorbenen Kinder erfährt, reißt er schweren Herzens den Rosmarinstrauch aus und wirft ihn in die Moldau. In dieser Nacht endet die Seuche, stirbt die schöne Esther und der Kaiser erwacht mit einem Schrei. Der Engel Asael besucht den Rabbi, spricht mit ihm über die Macht der Worte und die Spuren in der Welt, die sie hinterlassen, und wirft ihm den Eingriff in die göttliche Balance vor. Auf die Frage des Engels, warum sich die Menschen mit der Liebe beschwerten, die doch nur Unglück in die Welt brächte, erinnert Rabbi Löw den Engel an den Beginn der Zeit, als Engel und Menschentöchter einander liebten. Der Engel weint.“ (Text: sirene Operntheater). Das mica wird in den Musiknachrichten gerne kontinuierlich über die Serie ausführlich berichten. (hr)

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