Amaryllis Sommerer
Autorin und Drehbuchautorin.
Amaryllis Sommerer wurde am 19. Juli 1954 in Wien geboren, wo sie bis heute lebt und als freie Schriftstellerin arbeitet. Nach ihrer gestalterischen Ausbildung im Bereich Theaterkostüm vertiefte sie ihr Fachwissen durch ein Studium der Theaterwissenschaft in ihrer Heimatstadt. In dieser Zeit engagierte sie sich als Mitglied der freien Theatergruppe AMOK.
Prägend war ihre Mitwirkung beim Theater am Sofa, einem Theaterprojekt von Stephan Schaja und Kristine Tornquist. Für dieses spezielle Format, bei dem ein grosses, rosarotes Sofa als wandernde Bühne an wechselnden öffentlichen Orten diente, steuerte Sommerer maßgeschneiderte literarische Arbeiten bei. So verfasste sie unter anderem den Einakter Rot Blau für die Produktion Theater am Sofa 2 – Beliebte und unbeliebte Autoren und wirkte an weiteren Programmen wie Theater am Sofa 3 - Im Autodrom mit.
Ihre professionelle Laufbahn führte sie anschließend tiefer in die Film- und Fernsehwelt, in der sie zunächst als Regieassistentin Praxiserfahrung sammelte. Später etablierte sie sich als Filmdramaturgin sowie Drehbuchautorin für Fernsehserien, TV-Filme und Kinospielfilme. Parallel dazu verfasste Sommerer Kinderbücher, Kriminalgeschichten und vielschichtige Kurzkrimis für Anthologien. Ein erster großer Erfolg gelang ihr im Jahr 2008, als ihre Kurzgeschichte Alle oder keiner für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert wurde.
Im selben Jahr feierte Sommerer mit dem fesselnden Psychothriller Selmas Zeichen im Milena Verlag ihr vielbeachtetes Romandebüt, das eine Nominierung für den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie „Debütroman“ erhielt. Ihr darauffolgendes Werk Keine Wunde, nichts (2010) schaffte es auf die Longlist desselben Preises. Mit dem 2012 erschienenen Roman Ulrich und seine Täter bewies sie erneut ihr Talent, kriminologische Spannung mit tiefgehenden psychologischen Milieustudien zu verknüpfen – verpackt in eine ironische Insider-Geschichte aus der Welt von Drehbuchautoren.
In ihren späteren Romanen, die im Picus Verlag verlegt wurden, widmete sich Amaryllis Sommerer verstärkt den tragikomischen und melancholischen Zwischentönen des Lebens. Während Wie das Leben geht (2016) mit feiner Beobachtungsgabe von familiären Verwerfungen erzählt, entführt Lieblinge der Götter (2018) das Lesepublikum in die Wiener Kunst- und Bohème-Szene der 1970er-Jahre. Ihr präziser Schreibstil zeichnet sich durch psychologische Tiefe und subtile Gesellschaftskritik aus.
























