Müller, Hans-Harald

Literaturwissenschaftler.

Hans-Harald Müller wurde am 11. Juli 1943 in Hamburg geboren. Nach dem Schulbesuch absolvierte er von 1963 bis 1971 ein Studium an der Universität Hamburg, das die Fächer Germanistik, Anglistik, Klassische Philologie sowie Vergleichende und Allgemeine Sprachwissenschaft umfasste. Von 1967 bis 1971 wurde er dabei durch ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Im Jahr 1971 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. in Hamburg. Im Anschluss war er von 1971 bis 1977 als wissenschaftlicher Assistent am Literaturwissenschaftlichen Seminar der Universität Hamburg tätig. Ein Habilitationsstipendium schloss sich von 1976 bis 1978 an, wobei die formelle Habilitation im Jahr 1984 vollzogen wurde.

Bereits im Jahr 1977 wurde Müller als Professor für Neuere deutsche Literatur an die Universität Hamburg berufen, eine Position, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 innehatte. Während seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit führten ihn Gastprofessuren ins Ausland und an andere deutsche Hochschulen, darunter an die Washington University in St. Louis (1985), die University of the Witwatersrand in Johannesburg (1991), die Universität Rostock (1991) sowie an das St John’s College in Cambridge (1998). Seit dem Ende seiner regulären Dienstzeit im Jahr 2008 setzt er seine wissenschaftliche Arbeit im Ruhestand fort.Müllers Forschungsschwerpunkte liegen in der Theorie und Geschichte der Literaturwissenschaft, der Narratologie sowie in der Erforschung der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Er leitete zahlreiche von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Drittmittelprojekte, die sich mit der Disziplingeschichte der Germanistik auseinandersetzten. Zu seinen zentralen theoretischen Beiträgen gehört die kritische Aufarbeitung erzähltheoretischer Konzepte, insbesondere dokumentiert in der Monografie The Implied Author: Concept and Controversy (2006).

Im Bereich der Editions- und Autorenforschung erlangte Müller besondere Bekanntheit als Herausgeber der Werke von Leo Perutz und Theodor Plievier. Seine wissenschaftliche Beschäftigung mit Perutz mündete 2007 in einer umfassenden Biografie über den österreichischen Schriftsteller. Gemeinsam mit Tom Kindt und Frank Thomsen legte er zudem 2006 mit dem Werk Ungeheuer Brecht – Eine Biographie seines Werks eine kritische Auseinandersetzung mit dem Schaffen Bertolt Brechts vor. Weitere wesentliche Publikationen befassen sich mit der Barockforschung sowie der Geschichte des Strukturalismus in Deutschland.

Hans-Harald Müller